Menschen auch Westfernsehen. Der Staatsführung der DDR gelang es nicht, den massenhaften Konsum westdeutscher Programme zu verhindern.
Das Zweite Deutsche Fernsehen
Mit dem Programmbeginn des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) am 1. April 1963 veränderte sich die Medienlandschaft in der Bundesrepublik. Ursprünglich hatte sich die Regierung Adenauer einen zweiten öffentlich-rechtlichen Sender gewünscht, der dem Bund unterstellt sein sollte. Doch 1961 verbot das Bundesverfassungsgericht in seinem "Ersten Fernsehurteil" die Gründung eines Senders unter Einflussnahme der Bundesregierung. Das ZDF wurde schließlich auf Initiative der Ministerpräsidenten der Bundesländer durch einen Staatsvertrag begründet. Von Anfang an stand es bewusst in Konkurrenz zur ARD und war darum bemüht, sich als vollwertige Programmalternative zu etablieren. Bildungsund Unterhaltungsprogramme, gepaart mit einer starken Orientierung an Zuschauerwünschen, sollten im ZDF besonderes Gewicht haben.
Ausbau der Programme in den 60er Jahren
In den 60er Jahren wurde das Programmangebot sowohl im Osten als auch im Westen erweitert und variiert. Regionalund Werbeprogramme wurden ausgebaut, später dann Fernsehserien aus amerikanischen Archiven (zum Beispiel "Fury" oder "Am Fuß der blauen Berge") eingekauft. Die Dritten Programme setzten mit Kultur-, Bildungsund Regionalsendungen neue Akzente. Vor allem das Genre Krimi erfreute sich großer Beliebtheit in der Bevölkerung. "Das Halstuch" von Francis Durbridge legte 1962 das komplette öffentliche Leben in Deutschland lahm und erreichte eine Einschaltquote von 90 Prozent. Aber auch Filme, die sich mit der Vergangenheitsbewältigung auseinander setzten ("So weit die Füße tragen") oder sozialkritische Literaturthemen aufgriffen ("Wer einmal aus dem Blechnapf frisst..."), waren regelrechte "Straßenfeger".
Bilder in Farbe
Ein weiterer Meilenstein der Fernsehgeschichte war die Einführung des Farbfernsehens im Jahr 1967: Mit einem Knopfdruck des regierenden Bürgermeisters Willy Brandt startete am 25. August 1967 auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin offiziell das Farbfernsehen in Deutschland. Dabei passierte eine kleine Panne: "In der Hoffnung auf viele friedlichfarbige aber auch spannendfarbige Ereignisse gebe ich jetzt den Startschuss für das deutsche Farbfernsehen", sagte Brandt. Doch weil er das Drücken des Knopfes kurz verzögerte, erstrahlten die Bilder schon einige Sekunden vorher in Farbe. Ein nervöser Techniker hatte das Signal zu früh ausgelöst. Abgesehen von dieser Panne, verlief die Einführung des Farbfernsehens jedoch reibungslos. Die Fernsehindustrie wurde zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor der BRD, das Gerät zum Massenprodukt. Bis Anfang der 70er Jahre wuchs die Zahl der Haushalte mit einem Fernsehgerät um jährlich 1,1 bis 1,4 Millionen. 1975 erreichte die Fernsehdichte in Deutschland 93 Prozent.
Konkurrenz für ARD und ZDF: Das Privatfernsehen
Mitte der 80er Jahre erfuhr das Fernsehen in Deutschland eine gewaltige Zäsur: 1984 fiel der Startschuss für das kommerzielle Fernsehen, RTL und Sat.1 gingen auf
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Sendung. Zuvor waren die Übertragungskapazitäten durch Kabelund Satellitenkanäle erweitert worden, denn die terrestrischen Frequenzen waren bereits von den öffent- lich-rechtlichen Sendern besetzt. Das duale Rundfunksystem Deutschland – mit den Privatsendern als Gegenpol zu den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF. Es folgten weitere private Sendern wie Pro 7, Vox oder RTL 2. Da die Privaten sich über Werbung finanzieren, wurden Einschaltquote und Marktanteil zum entscheidenden Kriterium für die Beurteilung einer Sendung oder eines Films. Das Publikum musste von nun an mit stets wiederkehrenden Werbeunterbrechungen des Programms leben. Mit den Privaten kamen aber auch neue Programmformate wie Comedy, Reality-TV und Daily Soaps auf den Bildschirm, die dem Zuschauer bis dahin noch nicht im Fernsehen präsentiert worden waren. Und noch ein Akteur betrat in dieser Zeit die Bildfläche: Im Februar 1991 startete der Sender Premiere sein Programm. Damit hatte das Pay-TV – Fernsehen, für das der Zuschauer als Abonnent direkt bezahlt – auch Deutschland erreicht.
Digitales Fernsehen
Seit Anfang des 21. Jahrhunderts werden die analogen Übertragungswege in Deutschland zunehmend digitalisiert. So startete im August 2003 in Berlin das digitale terrestrische Fernsehen (DVB-T), das die Ausstrahlung von mehr Programmen in besserer Qualität ermöglicht. Außerdem ist DVB-T über einen speziellen Empfänger im Prinzip überall zu empfangen. Im Gegensatz zum Kabel-Fernsehen fallen nach der einmaligen Anschaffung des Empfängers keine weitere Kosten an. Auch Kabelund Satellitenfernsehen wird zunehmend in digitaler Form angeboten1. (7 800)
Digitales Fernsehen – Grundlagen
Was man über digitales Fernsehen wissen muss
Digitales Fernsehen soll das analoge TV bis 2010 in Deutschland vollständig ablösen. Aber was ist eigentlich digitales Fernsehen und wo liegen die Unterschiede zum bisherigen TV?
Digitales Fernsehen – was ist das?
Bislang funktionierte Fernsehen mit analoger Technik, bei der ein komplettes TV-Bild 25-mal pro Sekunde auf die Bildschirme gesendet wird. Mit der in den 1990-er Jahren entwickelten digitalen Fernsehnorm DVB (Digital Video Broadcasting) werden nicht mehr die ganzen Bilder, sondern nur noch die Veränderungen zum zuvor gesendeten Bild komprimiert (im sog. MPEG2-Format) übertragen und zwar wie beim Computer als Ziffernfolgen (zumeist 0 und 1). Vorteil: Über die Datenleitungen können mehr Programme gesendet werden, da sich die Kapazität verbessert: So ersetzen bis zu zehn digitale Programme einen analogen TV-Kanal.
Technische Voraussetzungen
Digitales Fernsehen kann per Kabel (DVB-C), Satellit (DVB-S) oder Antenne (DVB-T) sowie künftig auch über entsprechende Handys (DVB-H) empfangen wer-
1 http://www.planet-wissen.de/kultur_medien/radio_und_fernsehen/fernsehgeschichte_in_deutschland/ 27
den. Ein neues Fernsehgerät muss für den Empfang des digitalen Fernsehens nicht gekauft werden. Benötigt wird ein Empfänger, der die digitalen Daten in analoge Signale rückverwandelt. Ein solcher Digital Receiver (sog. Set Top Box) wird zwischen TV-Gerät und Kabel oder Satellit angeschlossen. Neuere Fernsehgeräte verfügen in der Regel bereits über ein integriertes Empfangsmodul, so dass in diesem Fall kein zusätzlicher Receiver benötigt wird (Ausnahme: Nutzung kostenpflichtiger Angebote, z.B. Programm-Abos).
Empfangsvarianten im Einzelnen
Kabel: Wer bereits einen Kabelanschluss im Haus hat, der kann am bequemsten auf digitales Fernsehen umstellen und zukünftig bis zu 500 Programme in bester Bildund Tonqualität sowie zahlreiche Zusatzdienste empfangen, darunter auch Internetzugang und Telefonieren. Im Vergleich zu DVB-S und DVB-T fällt beim Kabelempfang allerdings eine monatliche Nutzungsgebühr an, dafür können mehrere TV-Geräte von einem Kabelanschluss versorgt werden. Wer sich einen Kabelanschluss zulegen möchte, sollte allerdings zunächst klären, ob ein solcher Anschluss am eigenen Wohnort verfügbar ist.
Satellit: Um digitales Fernsehen empfangen zu können, benötigt man neben dem Receiver eine digitaltaugliche Empfangsanlage mit einem sog. Universal-LNB (Low Noise Blockconverter). In naher Zukunft sollen bis zu 1000 Rundfunkprogramme sowie zusätzliche Informationsdienste ausgestrahlt werden, Internet und Telefonieren sind per Satellit aber nicht möglich. Zusätzliche monatliche Gebühren fallen beim Satellitenempfang nicht an. Die Empfangsqualität kann durch sehr schlechtes Wetter beeinträchtigt sein.
Antenne: Fernsehempfang über eine klassische Zimmeroder Dachantenne ist künftig nur noch digital möglich. Je nach Wohnort reicht neben dem (integrierten) Receiver eine Zimmerantenne zum Empfang. In Empfangs-Randgebieten wird eine Außenoder Dachantenne benötigt. Eine flächendeckende Einführung von DVB-T ist vor allem in ländlichen Gebieten nicht geplant. DVB-T kann via Antenne auch im Freien und im Auto empfangen werden (sog. Überall-Fernsehen). Die Zahl der Programme ist zunächst auf 30 beschränkt. Monatliche Nutzungskosten fallen nicht an. Die Empfangsqualität kann gegenüber Kabelanschluss und Satellit geringer ausfallen1. (3 300)
Mobilfunk Geschichte
Mobilfunk ist Normalität, ist Alltag. Das war nicht immer so. Der Weg zur "Generation Handy" war lang und dauerte Jahrzehnte. Die Erreichbarkeit im Alltag über Handy, Smartphones und andere funkbasierten Techniken, hat eine Geschichte und wäre ohne frühere Erfindungen und Entdeckungen nicht möglich gewesen.
Die Mobilfunk-Geschichte beginnt nicht mit Rauchzeichen, auch wenn diese genau genommen eine Frühform des Mobilfunks darstellen. Vielmehr war es der Te-
1 http://www.wissen.de/digitales-fernsehen-grundlagen
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legraf. Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Technik der Telegrafie sehr schnell und schon bald entstanden vielerorts Telegrafen-Netze, die eine schnelle Nachrichtenübermittlung per Morsealphabet ermöglichten und als Vorläufer der Telefonnetze und des späteren Handys gelten.
Funk-Telegrafie – Start der Mobilfunk-Geschichte
Manko dieser Technik war, dass ein Übertragungskabel notwendig war. Das änderte sich erst am Ende des 19. Jahrhunderts mit der Entdeckung der Funkwellen. Die Mobilfunk-Geschichte begann spätestens zu dieser Zeit. Denn mithilfe der Funkwellen entwickelten unabhängig voneinander Guglielmo Marconi und Ferdinand Braun erste Funkverbindungen mit Funktelegrafen. Nur wenig später, bereits 1901 gab es die erste erfolgreiche transatlantische Funkverbindung. Der Funk insgesamt entwickelte sich schnell: 1923 startete der erste deutsche Radiosender und auch die deutsche Reichsbahn nutzte sehr früh den Funk. Nach einem mehrjährigen Erproben richtete sie auf der Strecke Hamburg-Berlin 1926 einen Zugfunk ein.
Telefon: Basis der Mobilfunk-Geschichte
Die Mobilfunk-Geschichte wäre trotzdem ohne Telefon nicht möglich gewesen. Handys und Smartphones basieren wesentlich auf dem Telefonprinzip, das 1860 entwickelt wurde und 1876 von Alexander Graham Bell zur Marktreife gebracht wurde. Das Telefon ersetzt sehr schnell den Telegrafen und wurde schnell zu einem bedeutenden Telekommunikationsmittel.
Die ersten analogen Mobilfunknetze
Ein wichtiger Etappenpunkt in der Mobilfunk-Geschichte der Bundesrepublik war 1958 die Einrichtung des A-Netzes. Erstmals konnten Menschen von unterwegs telefonieren und waren erreichbar. Die Geräte waren groß, schwer und teuer, sodass sie ausschließlich als Autotelefon der Elite eingesetzt wurden. Das Netz war dennoch nach wenigen Jahren ausgelastet, sodass 1972 das B-Netz ins Leben gerufen wurde. Trotz wesentlicher Verbesserungen war die Technik schwerfällig und wenig konsumentenorientiert. So brachen wie im A-Netz Verbindungen beim Überqueren von Sendebereichen ab und mussten durch erneute Anwahl wiederhergestellt werden. Das änderte sich erst mit dem letzten analogen Netz in der Mobilfunk-Geschichte, dem C-Netz von 1984. Erstmals gab es landesweit eine feste Rufnummer für die Teilnehmer. Da die europäischen Nachbarn anderen Netztechniken den Vorzug gaben, war dagegen Roaming, also eine Erreichbarkeit im Ausland praktisch unmöglich. Dennoch ist das C-Netz ein wichtiger Schritt in der Mobilfunk-Geschichte gewesen, denn immer mehr Menschen telefonierten mobil. Bis zu 850.000 Teilnehmer zählte das Netz.
Digital und immer schneller
Die Mobilfunk-Geschichte nahm einen Wendepunkt, als 1992 das D-Netz startete. Erstmals war Mobilfunk digital und das Handy konnte über mehr Funktionen und fallende Preise einen Massenmarkt ansprechen. Im Zuge der Entwicklung der Computertechnologie und bei technischen Standards verkürzten sich die Zeitabstände für Neuerungen in der Mobilfunk-Geschichte immer weiter. WAP, UMTS, LTE – die Entwicklung der Übertragungsstandards und Technik schreitet stetig und immer
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schneller voran. Handys können beispielsweise erst seit Mitte der 1990er Jahre SMS versenden. Heute sind es allein in Deutschland über 40 Milliarden pro Jahr. Funktionen wie Radio, MP3-Player, GPS Navigation und Kamera sind nur wenige Jahre alt und gehören längst zum Standard bei der Handyausstattung. Zudem ändert sich die Mobilfunk-Geschichte erneut: Endgeräte werden noch wichtiger und benutzerfreundlicher. Immer leistungsfähigere Smartphones kommen auf den Markt, die mit unzähligen Apps ein Dienstleister, Helfer oder Spielzeug für fast alle Fälle werden.
Die Mobilfunk-Geschichte der Zukunft
Gerade weil die technische Entwicklung an Geschwindigkeit gewinnt, ist die Mobilfunk-Geschichte längst nicht abgeschlossen. In den nächsten Jahrzehnten werden Mobilfunkgeräte über immer mehr Funktionen und technische Möglichkeiten verfügen. Wesentliche Arbeiten können per Smartphone oder Handy erledigt werden und die Geräte werden voraussichtlich selbst für Bereiche eingesetzt, von denen die Menschen heute noch nicht glauben, dass dies möglich sein wird. Es bleibt spannend die Mobilfunk-Geschichte zu verfolgen, das gilt für die technische Basisentwicklung, aber auch für die Endgeräte und ihre Funktionsvielfalt1. (4 100)
Rekord – Übertragung von 43 Tbps über eine Glasfaser
Eine dänische Universität übertrifft den bisherigen Rekord bei der Übertragung über einen Laser und eine Glasfaser, der bislang vom Karslruher Institut für Technologie gehalten wurden.
Die neuen Rekordhalter bei der Datenübertragung über eine Glasfaser kommen aus Lynbgy. Dort ist das Team der Photonik-Forscher der Technischen Universität Dänemark beheimatet. Die Forscher haben mit einem neuen Durchbruch über einen Kanal 43 Terabit pro Sekunde übertragen. Bislang wurde der Rekord von einem Team des Karlsruher Institut für Technologie (KIT) mit 26 Terabit pro Sekunde gehalten.
Den neuen Rekord konnten die Forscher erreichen, indem sie mit einer neuen Form von optischen Leistungen arbeiten. Diese Technologie stammt von dem japanischen Telekommunikationsunternehmen NTT. Statt wie standardmäßig einem Kern, verfügt die NTT-Fibre über sieben Glaskerne. Damit werden höhere Übertragungsraten auf gleichem Raum möglich. In einem "Post Deadline Paper" auf der internationalen Konferenz CLEO 2014 in San Jose wurden die Ergebnisse der Wissenschaftler bereits bestätigt.
In praktisch genutzten Netzwerken kommt heute die Technologie DWDM (Dense Wavelength Division Multiplexing) zum Einsatz. Dabei können mehrere Informationskanäle über eine Faser gesendet werden.
Die Forscher aus Lynbgy hingegen wollen mit ihrer Technologie belegen, dass es möglich ist, sehr großen Datenmengen über einen einzelnen Kanal zu senden, denn das spare laut den Forschern besonders viel Energie. Und das ist nicht nur für den Umweltschutz ein wichtiges Argument, sondern auch für Betreiber und Hersteller
1 http://www.mobilfunk-geschichte.de
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