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Nobelpreis

Alfred Nobel – Erfinder und Preisstifter

Alfred Nobel war schon zu Lebzeiten ein bekannter Mann. Weltberühmt aber wurde er nach seinem Tod mit Eröffnung seines Testaments. Darin verfügte der kinderlos gebliebene Ingenieur und Erfinder, dass sein gesamtes Vermögen von etwa 31 Millionen Schwedischer Kronen einer Nobel-Stiftung zugeführt werden sollte. Der Zinsertrag dieser Stiftung solle "als Preise denen zugeteilt werden, die im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben." 1901 wurde Nobels Wille erstmals umgesetzt. Seitdem gilt der Nobelpreis als renommierteste und wichtigste aller Auszeichnungen in Wissenschaft und Gesellschaft.

Explosionsartige Karriere

Am 21. Oktober 1833 wurde Alfred Nobel als Sohn einer Ingenieursfamilie in Stockholm geboren. Nach einer elitären Ausbildung bei Privatlehrern und zahlreichen Studienreisen im Ausland wandte er sich ab 1859 intensiv der Sprengstoffproduktion zu. Er wollte die enorme Explosionskraft des hochempfindlichen Nitroglyzerins kontrolliert für die Sprengtechnik nutzbar machen. 1867 erreichte Nobel den Durchbruch seiner Bemühungen, indem er das Nitroglyzerin in Kieselgur aufsaugte: Das Dynamit war erfunden. Nobel verstand es, seine Erfindung, die er in Schweden und im Ausland patentrechtlich schützen ließ, auch kommerziell zu nutzen. Dynamit – mit seiner Hilfe ließen sich Eisenbahnen und Straßen bauen, Häfen, Tunnel und Bergwerke errichten. Bis 1873 entstanden 15 Nobelische Unternehmungen in 13 europäischen Ländern und den USA. Bis zum Ende seines Lebens hatte Alfred Nobel 355 Patente angemeldet und war einer der wohlhabendsten Menschen seiner Zeit.

Die Idee der Preisverteilung

1876 lernte Alfred Nobel die österreichische Pazifistin Bertha von Suttner kennen, die kurze Zeit als Privatsekretärin für ihn arbeitete. Nobel bewunderte von Suttners Engagement als Friedenskämpferin. Sie animierte den Industriellen, einen Friedenspreis zu stiften. 1905 erhielt sie selbst als erste Frau den Friedensnobelpreis. Mit dem Friedenspreis war Nobel erstmals die Idee einer Preisverteilung gekommen. In der testamentarischen Verfügung vom 27. November 1895 über die Stiftung des Nobelpreises legte Nobel fest, dass der jährliche Zinsertrag der Stiftung in fünf gleiche Teile geteilt werden sollte. Neben der Auszeichnung für Friedensbemühungen sollte es einen Preis für Literatur geben, für die sich Nobel besonders interessierte. Neben technischen Erfindungen veröffentlichte er selbst Novellen und Gedichte, darunter "Die Schwestern" (1862) und "Der Patent-Bazillus" (1895). Gewisse Schuldgefühle empfand Nobel gegenüber der Physik und Chemie, weil die wissenschaftliche Forschung auf diesen Gebieten seine Erfindungen erst möglich gemacht hatte, in der Regel aber kaum finanzielle Vorteile bringt. Schließlich bestimmte Nobel noch die Medizin als auszeichnungswürdige Disziplin, weil sie dabei hilft, die Menschheit zu erhalten.

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Nobels letzter Wille

Am 10. Dezember 1896 starb Alfred Nobel an einer Gehirnblutung im italienischen San Remo. Die Abwicklung seines Nachlasses entpuppte sich als langwierige Aufgabe. Zunächst mussten erbschaftliche Probleme mit der enttäuschten Verwandtschaft durch entsprechende Vergleiche geklärt werden. Am 29.6.1900 schließlich genehmigte die schwedische Regierung den Vorschlag für die Gründungsstatuten der Nobel-Stiftung, fünf Monate später übernahm die Stiftungsleitung die Verwaltung des Fonds. Bei der Nobel-Stiftung handelt es sich um eine Art Investmentgesellschaft, die sich in ihrer Anlagepolitik auf Aktien, festverzinsliche Wertpapiere und Immobilien konzentriert. Die Preise und die Organisationskosten der Stiftung werden aus dem Nettoertrag des Grundkapitals bestritten; mit einem Zehntel des Ertrages wird das Grundkapital jährlich aufgestockt1. (3 270)

Nobelpreisträger

Mehr als 750 Forscher, Literaten und Politiker haben den Nobelpreis bisher verliehen bekommen. Vergleicht man die Lebensläufe, das Umfeld und die Herkunftsorte der Preisträger miteinander, werden Muster erkennbar. Leider auch das, dass Frauen beim bekanntesten Preis der Welt unterrepräsentiert sind.

Ein Preis der Industrienationen

Die Statistik der Preisträger spiegelt den Ursprung des Preises aus der westlichen Kulturtradition. Die meisten Laureaten (Preisträger) kommen aus westlichen Ländern, vorwiegend aus den USA, England, Deutschland und Frankreich. In den Naturwissenschaften ist das auf die eingespielten Forschungsstrukturen und den dafür notwendigen finanziellen Aufwand zurückzuführen, aber auch auf das GutachterPrinzip bei der Wahl der Nobelkandidaten. Vermutlich begutachten sie sich im Laufe ihrer Forscherkarrieren auch untereinander, das System Nobelpreis verstärkt sich so selbst.

Im Laufe des vergangenen Jahrhunderts gab es aber auch etliche Verschiebungen. So waren die deutschen Hochschulen bis zum Zweiten Weltkrieg auf vielen Gebieten von der Medizin bis zur physikalischen Grundlagenforschung führend, wie schon eine kleine Auswahl zeigt: Max Planck wurde 1918 für seine Quantentheorie ausgezeichnet, Werner Heisenberg für die Entdeckung der Quantenmechanik; Adolf Windaus (1928) und Richard Kuhn (1938) bekamen die Chemiepreise für Forschungen zu Vitaminen. Der Bakteriologe Robert Koch (1843–1910) entdeckte 1882 das Tuberkulosebakterium und ein Jahr später den Erreger der Cholera. Mit seinen Forschungen zur Hygiene half er die Sterblichkeitsraten entscheidend zu senken und wurde 1905 für seine Arbeit zur Tuberkulose ausgezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg verlagerte sich der Schwerpunkt. Seitdem kommt ein Großteil der Preisträger aus den USA. Preisträger, die nicht aus den USA oder Europa stammen, sind selten.

1 http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/persoenlichkeiten/alfred_nobel/

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Die wichtigsten Fähigkeiten

Kaum jemand wird ein wissenschaftliches Studium mit dem Vorsatz beginnen, eines Tages den Nobelpreis zu erringen. Dazu müssen viele Faktoren zusammenkommen, die sich nicht alle beeinflussen lassen: Neben der Neugierde und Begabung das richtige familiäre und schulische Umfeld, später die Möglichkeit, mit Stipendien und Forschungsaufträgen an bestimmten Problemen zu arbeiten. Doch am wichtigsten ist die Fähigkeit, außerhalb vertrauter Bahnen zu denken.

Klaus von Klitzing, der 1985 für die Entdeckung des quantisierten Hall-Effektes mit dem Physik-Nobelpreis ausgezeichnet wurde, sagte, dass alle experimentellen Daten dazu schon zwei Jahre vor seiner Entdeckung veröffentlicht waren: "Jeder, der die Literatur lesen kann, hat die Chance gehabt, den Nobelpreis dafür zu bekommen oder den Quanten-Hall-Effekt zu entdecken". Doch dass schließlich er die unerwarteten Messergebnisse richtig interpretierte, verdankte er auch längst zurückliegenden Ferienjobs als Werksstudent, die ihm einen anderen Blickwinkel als seinen Kollegen ermöglichten. Seine Entdeckung über das Verhalten von Widerständen in Magnetfeldern war nicht nur eine Sensation für die Physik, sondern auch für die Entwicklung hoch integrierter Schaltelemente und lieferte eine solide Grundlage für das Eichen elektronischer Messgeräte.

Prägende Kindheitserlebnisse

Die meisten Nobelpreisträger haben sich schon in der frühesten Kindheit der Wissenschaft zugewandt. Albert Einstein, 1921 für die Relativitätstheorie mit dem Physiknobelpreis ausgezeichnet, hatte sein Schlüsselerlebnis, als er als kleiner Junge die rätselhaften Bewegungen eines Kompasses verfolgte. Auch die britische Chemikerin Dorothy Hodgkin-Crowfoot, deren Arbeiten zur Röntgenstrukturanalyse von Atomen entscheidende Fortschritte bei der Entwicklung von Medikamenten wie Insulin brachte, erinnert sich an ein solches Erlebnis. Bei einer Hauslehrerin lernte sie als Zehnjährige im Rahmen einer Einführung in die Chemie, aus gesättigten Lösungen Kristalle zu züchten. "Ich war von der Eleganz und Schönheit der Kristalle augenblicklich gefangen".

Schönheit und Eleganz wie der Gedanke des Spiels sind für die meisten Preisträger wichtig. Nicht wenige unter ihnen spielen ein Instrument wie der Geiger Albert Einstein oder neigen gar zu einer Musikerlaufbahn. Manfred Eigen, 1967 mit dem Nobelpreis geehrt, schwankte lange zwischen Chemieund Musikstudium. Dem Chemiker Richard Ernst schwebte eine Komponistenlaufbahn vor. 1991 wurde ihm der Nobelpreis für seine Untersuchungen zur Kernresonanzspektroskopie zuerkannt: "Was ich damals tat, hatte eigentlich viel mit Musik zu tun. Ich machte Frequenzanalysen und habe sozusagen bestimmte Töne voneinander getrennt." – interessante Parallelen zu Alfred Nobel und seinen schriftstellerischen Ambitionen.

Forschung gelingt selten im Alleingang

Zusammen spielen, voneinander lernen und aufeinander hören ist auch für die Naturwissenschaften unabdingbar. Kaum noch eine wichtige Entwicklung gelingt heute im Alleingang, Forschergruppen mit mehr als 80 Wissenschaftlern sind keine Seltenheit, so wenig wie wissenschaftliche Aufsätze mit 15 und mehr Autoren. Deshalb war Klaus von Klitzings erste Frage, als er den Anruf aus Stockholm entgegen

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nahm, mit wem er sich den Preis denn teile. Häufig wird kritisiert, dass der Nobelpreis, der an maximal drei Personen in einem Fach vergeben werden kann, der heutigen Realität nicht mehr gerecht werde und einem überholten Forschermodell vom einsamen Genie anhänge. Zahlreiche Geschichten wissen von Institutsleitern zu berichten, die die Lorbeeren für die Arbeit ihrer Assistenten einheimsten.

Viel zu selten: Nobelpreisträgerinnen

Auch Lise Meitner (1878–1968) ist so ein Fall, der zudem prototypisch die Situation der Frauen beleuchtet, was den Nobelpreis und den Wissenschaftsbetrieb betrifft. Die österreichisch-schwedische Physikerin forschte über 30 Jahre gemeinsam mit Otto Hahn an radioaktiven Elementen. Der Nobelpreis für die Entdeckung der Kernspaltung jedoch ging 1944 an Hahn alleine, wiewohl Lise Meitner maßgeblich daran beteiligt war und die physikalische Erklärung für die Entdeckung lieferte.

Betrachtet man alle Nobelpreisträger, so standen 2006 735 Männern gerade einmal 33 weibliche Preisträger gegenüber. Ein Bild, das sich auch bei der Präsenz von Frauen in Spitzenpositionen der Forschung wiederfindet. Das hat sicherlich mit Rollenklischees und -zuschreibungen genauso zu tun wie mit der unterschiedlichen Selbsteinschätzung von Jungen und Mädchen.

Leben mit dem Preis

Und wie sieht das Leben nach dem Preis aus? Der amerikanische Physiker Dao Lee, 1957 mit 31 Jahren ausgezeichnet, soll gesagt haben: "Mein Gott, was wird nun aus dem Rest meines Lebens?" Nobelpreisträger stehen in der Öffentlichkeit. Gewollt oder nicht, sie werden automatisch zu Repräsentanten ihrer Profession und ihres Landes. Sie erhalten Einladungen zu zahlreichen Kongressen und werden unabhängig von ihrer Kompetenz zu politischen Themen um ihre Meinung gefragt. In jungen Jahren kann das die weitere Forschungsarbeit behindern.

Welches positive Gewicht der Nobelpreis andererseits in der Öffentlichkeit haben kann, zeigt das Beispiel von Klaus von Klitzing. Um ihn an seinem Forschungsinstitut in Stuttgart zu halten, stockte das Land Baden-Württemberg die Mittel seines Institutes kräftig auf, das benachbarte Bayern hatte schon mit einem Blankoscheck geworben. In der Folge stiftete das Bundesforschungsministerium einen Forschungspreis, der jungen Wissenschaftler unbürokratisch für ihre selbstgewählten Projekte zur Verfügung steht. Forscher wie Albert Einstein und Linus Pauling, ChemieNobelpreisträger von 1954, nutzten das weltweite Ansehen für politische Aktionen. Pauling wandte sich in den 1950er Jahren gegen die Atomrüstung und setzte mit Hilfe seines eigenen Ruhmes und dem weiterer 50 Nobelpreisträger das Verbot von oberirdischen Atomtests durch, wofür er 1962 den Friedensnobelpreis erhielt. Diese Ansammlung von Nobelpreisträgern fand Linus Pauling in Lindau im Bodensee. Dort treffen sich einmal im Jahr Nobelpreisträger der naturwissenschaftlichen Disziplinen mit Studierenden aus aller Welt. Die Mischung aus Fachtagung und Familientreffen bietet Kontaktmöglichkeiten, die in der formelleren Atmosphäre der Stockholmer Preisverleihung nicht gegeben sind1. (7 100)

1 http://www.planet-wissen.de/politik_geschichte/persoenlichkeiten/nobelpreistraeger/

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Nobelpreis für Physik 2013

Der diesjährige Nobelpreis für Physik geht zur Hälfte an François Englert von der Universität Brüssel und zur anderen Hälfte an Peter Higgs von der Universität Edinburgh für die theoretische Entdeckung des Higgs-Mechanismus, der die Masse von Elementarteilchen erklärt und der durch die Untersuchungen mit dem Large Hadron Collider (LHC) am Forschungszentrum CERN im vergangenen Jahr bestätigt wurde.

Der Higgs-Mechanismus wurde in den 1960er Jahren von mehreren Physikern vorausgesagt. Darunter waren der Brite Peter Higgs, der Belgier François Englert und der Amerikaner Robert Brout. Letzterer verstarb 2011. Der Higgs-Mechanismus korrigiert eine Schwäche im Standardmodell der Teilchenphysik: In der Theorie dürfen einige Teilchen keine Ruhemasse besitzen, in der Realität haben sie jedoch eine. Die Physiker führten daher ein Feld ein, welches das gesamte Universum durchdringt. Erst durch Wechselwirkung mit dem Feld erhalten Teilchen ihre Masse – je größer die Wechselwirkung, desto stärker wird das Teilchen im Feld abgebremst und desto größer ist seine Masse.

1964 leitete Peter Higgs aus dem Modell ab, dass ein weiteres Elementarteilchen existieren muss. "Faszinierend an dieser Vorhersage ist, dass die Preisträger allein aufgrund theoretischer Überlegungen in der Lage waren, nicht nur ein neues Teilchen vorherzusagen, sondern gleichzeitig auch ein neues Prinzip in die Formulierung von Naturgesetzen einzuführen. Die Entdeckung des daraus folgenden Higgs-Teilchens am LHC ist eine Sensation und ein herausragender Triumph für die Preisträger und die theoretische Physik insgesamt", sagt Peter Schleper, Vorsitzender des Komitees für Elementarteilchenphysik KET, der Vertretung aller deutschen Teilchenphysiker.

In den vergangenen Jahren hatten Forscher am LHC des Forschungszentrums CERN in Genf nach dem sogenannten Higgs-Boson gesucht. Dafür ließen sie Protonen bei einer Energie von bis zu sieben Teraelektronenvolt kollidieren. Am 4. Juli 2012 meldeten die Wissenschaftler der Experimente ATLAS und CMS den Nachweis eines Teilchens bei der vorhergesagten Masse. Weitere Analysen der Daten bestärkten ihre Ergebnisse. In Zukunft müssen die Eigenschaften des Teilchen näher untersucht werden, um zu klären, ob es sich tatsächlich um das gesuchte Higgs-Boson handelt und ob andere Theorien, zum Beispiel zur Supersymmetrie, belegt werden können1. (2 070)

Technik

Geschichte des deutschen Radios

"Hier ist Berlin, Voxhaus". Mit diesen Worten begann am 28. Oktober 1923 der Rundfunk in Deutschland. Plötzlich gab es Musik und Informationen vom Sender direkt ins Ohr. Nur sehr wenige haben die erste Stunde des Rundfunks in Deutschland

1 http://www.weltderphysik.de/gebiet/teilchen/news/2013/nobelpreis-fuer-physik-2013/

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Источник: https://studfile.net/preview/16708950/