Eines der größten und berühmtesten Museen Berlins ist die Gemäldegalerie im Museumskomplex Dahlem, wo sich 7 Museen befinden. Die Galerie stellt etwa 650 Bilder aus. Ihre Schatze zeigen die Entwicklung der europäischen Malerei seit Anfang des XIII. Jh. bis um 1800. Der "Altbau" des Museumskomplex, in dem die Gemäldegalerie untergebracht ist, wurde 1913 von Wilhelm von Bode nach Planen des Architekten Bruno Paul begonnen. Heute gehört die Galerie zur Stiftung "Preußischer Kulturbesitz", die 1957 gegründet wurde. Im Unterschied zu berühmten Kunstmuseen in Dresden und München ist diese Galerie nicht aus fürstlichen Sammlungen entstanden. Natürlich zahlen zu ihren Bestanden auch die Erwerbungen der preußischen Könige (z.B. wertvolle französische Gemälde des XVIII. Jh.), aber im großen und ganzen wurden die Bestande der Galerie seit 1798 nach kunsthistorischen Prinzipien planmäßig gebildet. Vom preußischen Staat wurden verschiedene Kollektionen erworben, darunter 157 Bilder der Sammlung Giustiniani in Paris (1815), 3000 Bilder aus dem Besitz des englischen Kaufmanns Solly (1821) u.a. W.von Bode, der seit 1872 als Direktor der Gemäldegalerie tätig war, hat ihr den Weltruf gebracht. Gerade ihm, dem großen Fachmann auf dem Gebiet der holländischen und italienischen Kunst, gelang es, der Gemäldegalerie die wertvollsten Erwerbungen zu machen. Heute verfügt die Galerie in Dahlem über 4 van Eycks, 3 van der Goes, 7 Botticellis, 5 Raffaels, 4 Tizians, 8 Dürers, 17 Cranachs d. A., 19 Rubens, 2 Vermeers, 24 Rembrandts, 7 Ruisdaels u.a. In ihrem Besitz befinden sich solche berühmten Werke wie "Die niederländischen Sprichwörter" von P. Bruegel d. A., "Bildnis des Kaufmanns Georg Gisze" von H. Holbein d. J., "Bildnis des Hieronymus Holzschuher" von A. Durer, "Ruhe auf der Flucht nach Ägypten" von L. Cranach d. A., "Perseus befreit Andromede" von P.P. Rubens, "Malle Babbe" von F. Hals, "Mädchen mit Fruchtschale" von Tizian sowie Meisterwerke von Giotto, Masaccio, S. Botticelli, G. Bellini, A. Bronzino, G.B. Moroni, Caravaggio, N. Poussin u.a.
Die Nationalgalerie wurde 1866-1876 von J.H. Strack nach Planen von F.A. Stuler erbaut. Vor ihrem Eingang steht ein Reiterstandbild Friedrich Wilhelms IV. von A. Calandrelli. In dieser Galerie werden hauptsachlich Gemälde und plastische Werke deutscher Künstler vom ausgehenden XVIII. Jh. bis zur Gegenwart sowie Gemälde französischer Impressionisten gezeigt. Zur Sammlung dieses Kunstmuseums gehören hervorragende Plastiken von J.G. Schadow und Chr. D. Rauch sowie Meisterwerke der Malerei von K. Blechen, A. von Menzel, A. Feuerbach, M. Liebermann und L. Corinth. Den französischen Impressionismus repräsentieren die Bilder von G. Courbet, P. Cezanne und E. Degas.
Das Gebäude der Neuen Nationalgalerie in der Potsdamer Straße (Architekt Ludwig Mies van der Rohe) unterscheidet sich stark von klassizistischen Museumsbauten der Vergangenheit. Das Gebäude, das ursprünglich als Verwaltungsbau geplant wurde, hat viele Raume in der unterirdischen Anlage sowie einen Freilichthof. Die Ausstellungsraume der Galerie sind nicht besonders groß. Dieser Umstand bedingt ihre intimere Gestaltung. In diesem Museum befinden sich die Werke der Malerei und Plastik des ausgehenden XIX. Jh. bis zur Gegenwart. Besonders voll ist hier die modernere deutsche Kunst vertreten (Impressionismus, Expressionismus, Neue Sachlichkeit): M. Liebermann ("Selbstbildnis", "Die Gartenbank"), M. Slevogt ("Zitronenstilleben", "Fries zur "Zauberflöte" von Mozart", "Hamburger Bahnhof), G. Grosz ("Stutzen der Gesellschaft", "Grauer Tag"), G. Kolbe ("Tänzerin"), W. Tübke ("Frühbürgerliche Revolution in Deutschland"), O. Dix ("Flandern", "Altes Liebespaar"), O. Kokoschka ("Dame mit Federn"), E. Barlach ("Vision", "Lesende Mönche", "Die Verlassene", "Der Flötenbläser"). Neben den Werken anderer deutscher und schweizerischer Meister (А. Маске, M. Beckmann, P. Klee, F. Hodler, W. Sitte, L. Feininger) sind hier mit wenigen, aber guten Bildern auch P. Gauguin, G. de Chiriko und S. Dali vertreten.
In der Galerie Neue Meister ist das Schaffen der beiden glänzenden Künstler des deutschen Impressionismus sehr gut vertreten: M. Slevogt mit 18 Bildern und L. Corinth mit 11 Bildern. Auch die geretteten Werke der deutschen Expressionisten, die als "entartete Kunst" von Faschisten verfemt wurden, kann man in dieser Galerie sehen. Das sind vor allem die Werke von E. Heckel, M. Pechstein, 0. Dix, E. Nolde, L. Feininger und K. Schmidt-Rottluff.
Die Ruhr-Metropole Essen hat ihren Gasten viele Museen zu bieten, unter denen das Folkwang-Museum den größten Ruhm genießt. Seine Sammlung umfasst die Bilder seit etwa 1800 bis zu den 80er Jahren des XX. Jh. - von der Romantik bis zum Modernismus. Die Kollektion bildete sich aus der Privatsammlung des Hagener Kunstfreundes und Mazens Karl Ernst Osthaus und den Bestanden des Essener Kunstmuseums. Die beiden Sammlungen wurden 1922 vereinigt. 1983 erhielt das Museum ein neues, modern eingerichtetes Gebäude. Seit 1978 werden im Folkwang-Museum neben Gemälden, graphischen Werken und Plastiken auch Fotografien gezeigt. Die Eigenart dieses Museums besteht darin, da6 in seiner Kollektion neben bedeuten-den deutschen Meistern wie CD. Friedrich, E. Barlach, A. von Menzel und M. Liebermann die Werke französischer Künstler (Impressionisten und Postimpressionisten) sehr gut vertreten sind: A. Renoir, C. Pisarro, C. Monet, P. Cezanne, P. Gauguin u.a. In den Sälen des Museums findet der Besucher auch romantische Landschaften von E. Delacrois und sozialkritische realistische Bilder von H. Daumier.
Das Folkwang-Museum besitzt die größte Sammlung der Werke des deutschen Expressionisten Christian Rohlfs. Hier kann man sich auch die Gemälde von E. Nolde, E.L. Kirchner, K. Schmidt-Rottluff und O. Kokoschka ansehen. Die Künstlervereinigung "Blauer Reiter" wird durch die Werke von W. Kandinsky, A. von Jawlensky, F. Marc und А. Маске repräsentiert. Die kubistische Kunst lässt sich dank Gemälden von P. Picasso (u.a. "Bildnis einer Frau") und R. Delaunay ("Tour Eiffel) kennenlernen. Auch die surrealistische Kunst wird durch die Werke von K. Magritte, G. de Chirico und S. Dali ("Der Apotheker") veranschaulicht. Die moderne Kunst der Nachkriegszeit mit ihren Suchen nach neuen Stoffen, Themen, Farben und Formen eröffnet sich dem Betrachter in den Werken von H. Hartung, F. Winter, E.W. Nay, G. Hecker, M. Merz, G. Baselitz, A. Kiefer und G. Richter.
Das Museum besitzt einige gute Plastiken solcher weltberühmten Bildhauer wie A. Rodin, W. Lehmbruck und H. Moor.
Dieses Museum hat Abteilungen für Graphik, Handzeichnungen, Plastik und Malerei. Besonders reich sind die Bestande an plastischen Werken: hier kann man sich die Arbeiten von A. Rodin, M. Klinger, B, Permoser, G. Kolbe und A. Gaul ansehen. Sehr gut sind in dieser Sammlung die Werke von M. Klinger vertreten. Graphische Arbeiten und Plastiken zeigen die Entwicklungsgeschichte dieser Kunstarten von der Spätgotik bis zur Gegenwart. Die Gemäldesammlung des Museums enthalt viele Bilder hervorragender alter Maler wie A. Dürer, Rembrandt, die beiden Cranachs, Rogier van der Weyden, F. Hals. Die Kunst des XIX. Jh. ist mit Gemälden von A. Graff, C.D. Friedrich, W. Leibl und M. Klinger repräsentiert. Das Museum hat eine bedeutende Sammlung der Werke deutscher Impressionisten, darunter L. Corinth, M. Liebermann, M. Slevogt und R. Sterl. Auch die besten Vertreter der Kunst des XX. Jh. fehlen nicht: davon zeugen die Gemälde von M. Beckmann, E. Munch, H. Grundig, R. Lingner und W. Mattheuer.
Das Städelsche Kunstinstitut (Frankfurt am Main)
Dieses Museum beherbergt die Werke der europäischen Malerei. Am besten sind in seiner Sammlung die deutsche, niederländische und italienische Schule vertreten. Außerdem enthalten die Bestande des Museums viele Werke französischer Impressionisten. In den Sälen des Kunstinstituts kann man den Werdegang der europäischen Malerei bis ins XIV. Jh. zurückverfolgen. Unter den berühmtesten Kunstlern, deren Gemälde hier aus-gestellt sind, kann man L. Cranach d.J., A. Durer H. Holbein d.J., P.P. Rubens, F. Hals, M. Schongauer, E. Manet, A. Renoir und P. Picasso nennen. Als wertvollste Werke der Sammlung gelten die Lucca-Madonna von J. van Eyck und "Die Blendung Simsons" von Rembrandt. Hier befinden sich auch einige bekannte Werke deutscher Maler, z.B. "Waisenhaus in Amsterdam" von M. Liebemann, "Sommernachtstraum" von M. Slevogt u.a.
Im Liebighaus in Frankfurt a.M. ist eine der bedeutendsten Plastiksammlungen Europas untergebracht.
Die Hamburger Kunsthalle, die zu den besten Kunstmuseen Deutschlands zahlt, wurde auf einem ehemaligen Befestigungswall 1863-68 errichtet und 1914-19 erweitert. Die Gemäldesammlung der Kunsthalle beherbergt die Werke vom XIV. Jh. bis zur Gegenwart. In demselben Gebäude befindet sich auch eine bedeutende Plastiksammlung. Das Museum verfügt über eine Münzsammlung und ein Graphikkabinett. In der Hamburger Kunsthalle werden bedeutende Werke der Malerei, z.B. "Selbstbildnis" von H. Thoma, "Die drei Frauen in der Kirche" von W. Leibl, "Netzflickerinnen" und "Polospieler" von M. Liebermann, "Der Schwarze d'Andrade" und "Senator O'Swald" von M. Slevogt, "Odysseus und Kalypso" von M. Beckmann u.a. aufbewahrt.
Die weiteren wichtigen Kunstmuseen Deutschlands sind:
Aachen: Domschatzkammer; Neue Galerie;
Bonn: Stadtische Kunstsammlungen;
Braunschweig: Herzog-Anton-Ulrich-Museum;
Dessau: Bauhaus-Archiv;
Frankfurt a.M.: Museum fur moderne Kunst;
Hannover: Niedersachsisches Landesmuseum;
Karlsruhe: Staatliche Kunstsammlungen;
Koln: Wallraf-Richartz-Museum;
Munchen: Neue Pinakothek;
Regensburg: Museum Ostdeutsche Galerie;
Schwerin: das Staatliche Museum;
Stuttgart: Staatsgalerie;
Bremen: Kunsthalle.
Übung 71
Erzählen Sie über ein deutsches Kunstmuseum. Gestalten Sie Ihre Erzählung als Museumsführern. Gebrauchen Sie dabei folgende Vokabeln:
sich einer Führung anschließen; der Museumsführer, der Museumswarter; das Museumsstück; einen Museumsführer entbehren; sich von einem Fachmann fuhren lassen; den Führer machen; der Rundgang durch eine Ausstellung; der Museumskatalog; einen Katalog kaufen; einen Museumsbesuch veranstalten; das Museum besichtigen; der (Ausstellungs)raum; die Variante des Bildes; der Ausschnitt des Bildes; der Schaukasten (die Vitrine); die Besucher auf manche Einzelheiten aufmerksam machen; ein großer Kunstkenner (Kunstverständiger) sein; die ständige Ausstellung, die Wanderausstellung; das Museum zeigt (veranstaltet); das Museum hat mehrere Abteilungen; in den Raumen des Museums; der Maler N. stellt seine Bilder aus; das Museum besitzt ... Werke dieses Meisters; dieser Bildhauer (Maler) ist mit ... Werken vertreten; zufrieden sein; enttäuscht sein, von etw. begeistert, überwältigt, stark beeindruckt sein; von großem Können (großer Meisterschaft) zeugen; das Bild blendet; das Bild ist gut (schlecht) beleuchtet; das Bild hängt ungünstig; das Bild aus der Nähe (aus größerer Entfernung, von der Seite) betrachten; vom Bild etwas zurücktreten; groß-, kleinformatige Bilder; die Sammlung nach bestimmten Gesichtspunkten ausstellen; bergen, beherbergen, aufbewahren; die Kunstbestände (PI.); die Erwerbungen (PI.); die Sammlung vervollständigen; das Sammelprinzip; das Sammelgebiet, der Zeitgeschmack; vollständig, spärlich, lückenhaft vorhanden sein.
Übung 72
Sprechen Sie über folgende deutsche Museen, benutzen Sie dabei Präsentationen.
1. Bode Museum Berlin
2. Gemäldegalerie Alte Meister Dresden
3. Alte Pinakothek München
4. Neue Pinakothek München
5. Städelmuseum Frankfurt
6. Museum Schnütgen, Kunst des Mittelalters
7. Alte Nationalgalerie Berlin
8. Gemäldegalerie / Kulturforum Berlin
9. Glyptothek (München)
10. Museum Folkwang (Essen)
11. Museum der Bildenden Künste (Leipzig)
12. Kunsthalle (Hamburg)
Übung 73
Was ist Ihre Meinung nach Kunst? Was nicht? Begründen Sie Ihre Meinung!
Unter (den Begriff) Kunst fasse ich (nicht)...
Bei einer Kinderzeichnung denke ich (nicht) an...
Das Graffiti spricht mich (nicht) an, weil...
Die Skulptur bedeutet für mich...
Unter Kunst verstehe ich (nicht)...
Mit dem Kunstobjekt assoziiere ich...
Die Installationen rufen bei mir ... hervor, denn...
Übung 74
Fragen zur Diskussion.
Soll die moderne Kunst zu neuen Ufern rufen oder den klassischen Musenkanon für verbindlich halten?
Soll der moderne Künstler die Realität widerspiegeln oder seine Träume vom Ideal in der Kunst verwirklichen?
Soll die Kunst etwas nur für Intellektuelle sein oder auch Kulturkonsumenten begeistern?
Die Kunstwerke sollen vor allem die menschliche Emotionalität entwickeln, nicht den Intellekt. Was halten Sie davon?
Ist die Wahrnehmung der Kunst objektiv oder subjektiv?