МИНИСТЕРСТВО ОБРАЗОВАНИЯ И НАУКИ РОССИЙСКОЙ ФЕДЕРАЦИИ ФГОУ ВПО ВЛАДИМИРСКИЙ ГОСУДАРСТВЕННЫЙ УНИВЕРСИТЕТ им. АЛЕКСАНДРА ГРИГОРЬЕВИЧА И НИКОЛАЯ ГРИГОРЬЕВИЧА СТОЛЕТОВЫХ
ПЕДАГОГИЧЕСКИЙ ИНСТИТУТ
ФАКУЛЬТЕТ ИНОСТРАННЫХ ЯЗЫКОВ КАФЕДРА НЕМЕЦКОГО И ФРАНЦУЗСКОГО ЯЗЫКОВ
Составитель: доцент кафедры немецкого и французского языков Чикина Е.Е.
Владимир 2014
ББК 81.432.4
УДК 42|48
Рецензент:
кандидат филологических наук, доцент А.О. Назарова
Учебно-методическое пособие по практике устной и письменной речи "Kunstgeschichte. Bildende Kunst in Deutschland". / Сост. Е.Е. Чикина. – Владимир: ВлГУ, 2014. – 95 с.
Пособие предназначено для студентов 4 курса (бакалавриат) языковых факультетов (направление подготовки: 050100 педагогическое образование). Оно включает в себя лексический минимум по темам, справочную информацию и аутентичные тексты соответствующей тематики, лексико-грамматические, переводные, коммуникативные упражнения, а также творческие задания. В отдельный раздел выделены задания по описанию картин, включающие развернутый план анализа, необходимую лексику и тренировочные упражнения. Пособие может использоваться как на аудиторных практических занятиях, так и для самостоятельной работы студентов, а также её последующего контроля.
Составитель:
Е.Е. Чикина, кандидат филологических наук, доцент кафедры немецкого и французского языков ВлГУ
Содержание Введение . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .4
KUNSTGESCHICHTE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .5 KUNSTWISSENSCHAFTLICHE BEGRIFFE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .25 LEITFADEN ZUR BILDANALYSE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42
DEUTSCH E KUNST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
Библиография . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .95
Настоящее учебно-методическое пособие предназначено для студентов старших курсов, прошедших базовый курс обучения немецкому языку, включающий основные знания в области практической грамматики, фонетики и лексики немецкого языка, и имеет своей целью дальнейшее совершенствование навыков чтения, устного и письменного перевода, неподготовленной речи, а также реферирования оригинальных текстов в рамках искусствоведческой тематики. Лексический материал преимущественно включает в себя термины и реалии в области живописи, скульптуры и архитектуры. Исходя из этого, учебные тексты и задания ориентированы на усвоение русско-немецких терминологических соответствий, а также способствуют расширению страноведческого и культурологического кругозора студентов. Творческий аспект заданий предусматривает описание произведений немецкого и мирового изобразительного искусства с элементами искусствоведческой интерпретации, включающее самостоятельную работу со словарями, справочниками и Интернет-источниками. Направленность заданий на сопоставительный страноведческий анализ культурологических реалий способствует развитию навыков комментирования, оценки, ведению дискуссий. Учебно-методическое пособие содержит лексический минимум по теме, упражнения на отработку лексического минимума, в то числе упражнения на выбор правильного синонима, оригинальные тексты немецких энциклопедических источников с лексическими, вопросно-ответными и речевыми упражнениями к ним, переводные упражнения, развернутый план описания картины, вопросы для проведения дискуссий и выполнения творческих заданий.
В результате освоения предлагаемых лексических тем студенты должны: знать русско-немецкие искусствоведческие соответствия в рамках темы; знать, оценивать и комментировать основные этапы развития мирового и немецкого изобразительного искусства, ориентироваться в культурно-исторических реалиях оригинальных текстов, составлять развернутые самостоятельные (подготовленные и неподготовленные) устные и письменные высказывания по проблемам классического и современного изобразительного искусства; демонстрировать навыки устного и письменного, подготовленного и спонтанного перевода, включающего в себя активный лексический минимум данной темы, с русского на немецкий язык.
Übung 1
Informieren Sie sich über die wichtigsten Etappen in der Geschichte der bildenden Kunst.
Höhlenmalerei Seit Menschengedenken gestalten die Menschen ihre Umwelt. In der Altsteinzeit dienten Höhlen als Wohnung oder Kultstätte - sie wurden mit Bildern geschmückt, die auch kultischen Zwecken dienten.
In Europa sind vor allem die Höhlen von Altamira (Nordspanien) und Lascaux (Frankreich, Dordogne) herausragende Fundstellen steinzeitlicher Malerei. In Altamira kann man einen riesigen Bison sehen, der von Pfeilen durchbohrt wird. Dies erklärt man als eine die Jagd vorbereitende Beschwörung.
In Lascaux fand man die beeindruckendsten Malereien: vier Meter große Bisons, einhörnige Fabeltiere, Ponys, Männer mit Vogelköpfen - hier überwältigt die Phantasie der Steinzeitjäger auch uns heute. In der Nähe des österreichischen Ortes Willendorf hat man eine kleine Figur gefunden, die ca. 20.000 Jahre alt ist - eine Frauengestalt mit dickem Bauch und mächtigen Brüsten - vermutlich eine Fruchtbarkeitsgöttin.
Altägyptische Kunst
Für die Religion im Alten Ägypten ist der Totenkult von großer Bedeutung: man glaubt an ein Weiterleben nach dem Tod. Im Jenseits benötigt der Pharao jedoch auch Speise und Trank, Diener und Tänzerinnen. Dafür werden die Grabkammern reich ausgemalt - das Bild wirkt, es schafft Wirklichkeit. Die gemalten Tänzerinnen erfreuen den Pharao auch im Jenseits, die gemalten Früchte ernähren ihn usw. Aus diesem Grund müssen die Abbildungen äußerst realistisch sein. Und um ganz sicher zu gehen, werden sie zusätzlich beschriftet.
Dazu hat man eine Hieroglyphenschrift entwickelt, die wie eine Bilderschrift aussieht, aber eine Lautschrift ist. Charakteristisch für den altägyptischen Stil ist es, das Gesicht im Profil, das Auge frontal zu zeigen, den Oberkörper von vorne, die Beine aber wieder von der Seite. Der Jenseitsglaube spornte die Ägypter zu wahren Höchstleistungen an: die Bauwerke des Alten Ägypten fallen durch ihre Monumentalität auf. Die Pyramiden bei Gizeh sind 137 Meter hoch, und im Tempel von Theben in Südägyptenstehen 12 Meter hohe Säulen.
Altgriechische Kunst
Aus der griechischen Antike sind keine Gemälde erhalten, obwohl wir aus der Literatur von ihnen wissen. Aber man hat zahlreiche bemalte Tonkrüge gefunden. Diese Vasenmalerei zeigt die "typisch griechischen" Labyrinth-Muster, das Mäanderband, am Rand.
Interessant ist das Menschenbild der griechischen Antike: Denn im Unterschied zu anderen Kulturen sind hier die Götter wie die Menschen: verliebt, eifersüchtig oder launisch und nicht übermenschlich übersteigert. Personen und Wesen der griechischen Mythologie und Heldensagen werden deshalb lebensnah dargestellt.
Im 6. Jahrhundert kann man den Schwarzfigurigen Stil (wie auf dem Bild) und den Rotfigurigen Stil - hierbei ist der Hintergrund schwarz - unterscheiden. Später gelingen sogar Malereien in verschiedenen Rottönen auf weißen Amphoren. In schriftlicher Überlieferung werden weitere Bildwerke beschrieben. So müssen wir uns die Statuen, die jetzt weiß poliert in den Museen stehen, oft auch bunt bemalt vorstellen!
Römische Kunst
Den Alten Römern war eher die Kunst der Kriegsführung als die Malerei wichtig. So dienen bildliche Darstellungen vor allem der Verehrung von Feldherren und Herrschern.
Lange war auch das Wissen um die römische Malerei verborgen, bis man in Pompeji - das Anno 79 n. Chr. von einem Ascheregen nach Ausbruch des Vesuv verschüttet und dadurch konserviert wurde - ganze Städte ausgraben konnte. Hier entdeckte man den großen Reichtum antiker Malkunst, eine Vielzahl erstaunlicher Wandbilder: Landschaften wie Stillleben, Porträts und Gruppen (siehe Abbildung).
Auch technisch zeigen diese Bilder hohes Können und recht genaue Naturerfassung: wir erkennen Licht- und Schatten-Abstufungen und Versuche Räumlichkeit herzustellen: durch Perspektivsicht und bühnenbildhafte Darstellungen. So zeigen faszinierende Fresken eine nahezu perfekte Raumillusion mittels Scheinarchitektur, die als Bild im Bild vorgespiegelt wird. In der Architektur gelingen imposante Bauwerke: Viadukte mit Rundbögen, gewölbten Decken und sogar Kuppeln. Innen sind die Häuser überaus bunt bebildert. Auch Fußbodenmosaike zeigen große Kunstfertigkeit.
Byzantinische Kunst
Vor allem in Mosaiken schauen uns die Figuren jetzt frontal an. Vor dem charakteristischen Goldhintergrund treten uns die Heiligen, die Jünger und Jesus Christus geradezu gegenüber - wie zum Zwiegespräch.
Diese Art der Malerei lebt in den Bildwerken der Malerei der orthodoxen Kirchen fort. Herausragendes Kunstwerk dieser Form des christlichen Glaubens ist die Ikone (griechisch für "Bild"). Das besondere an diesen Heiligenbildern ist, dass die Bilder selbst Heiligkeit erlangen. Darüber kommt es 726 zum Bilderstreit: Bildverehrer in Rom und Bilderstürmer in Byzanz. 1453 erobern die Türken Konstantinopel, das damit als Zentrum des Christentums ausfällt. Die orthodoxe Malerei in Ost- uns Südosteuropa pflegt jedoch die Tradition bis in unsere Tage.
Frühchristliche Kunst
Aber das dritte Gebot: "Du sollst dir kein Bild machen", behindert zunächst das Kunstschaffen. Doch als den Christen 311 Glaubensfreiheit zugesichert wird, müssen die Römer auch mit Bildern von der neuen Religion überzeugt werden. Deshalb ist Jesus auf Gemälden dieser Zeit der junge, schöne Mann, der gute Hirte.
380 wird das Christentum Staatsreligion. 394 werden in Rom alle heidnischen Kulte - damit auch die olympischen Spiele - verboten. ( Die in der Neuzeit erst 1896 wieder eingeführt werden).
Romanik Merkmale: ca. 950-1250 Das Bild ist Botschaft
In der Romanik verwenden die Baumeister Elemente der antiken römischen Architektur: Pfeiler, Sälen und Rundbogen. Die Malerei des Hochmittelalters dient dabei auch der religiösen Unterweisung: für diejenigen, die nicht lesen können, werden dadurch die Geschichten der Bibel in Wand- und Buchmalereien verständlich.
Gotik
Wichtige Vertreter dieser Epoche: Giotto di Bondone, Italien, 1266-1337 Simone Martini, Italien, 1280-1344 Meister B. Bertram, Deutschland, 1345-1415 Merkmale der Gotik: ca. 1190-1400 Göttliches Licht im irdischen Raum
In der Architektur erkennt man Gotik am Spitzbogen und den hohen, meist bunten Fenstern - Glasmalerei ist das neue Kunstmittel dieser Zeit. Wand-, Tafel- und Buchmalerei werden jetzt naturalistisch und zeigen lebendige Porträts. Die höfische Standesgesellschaft und ein städtisches Bürgertum haben sich entwickelt.
Fachwerkhaus
Das Fachwerkhaus (schweizerisch: Riegelhaus) hat ein tragendes Gerüst aus Holz, bei dem die Zwischenräume meist mit einem Holz-Lehm-Verbund oder Ziegelwerk gefüllt sind. Die Fachwerkbauweise war vom Hochmittelalter bis in das 19. Jahrhundert eine der vorherrschenden Bauweisen und in Mitteleuropa nördlich der Alpen bis nach England verbreitet. Sie löste das frühgeschichtliche Pfostenhaus ab.
Wichtige Vertreter dieser Epoche: Andrea Mantegna, Italien, 1431-1506 Piero della Francesca, Italien, 1416-1492 Sandro Botticelli, Italien, 1445-1510 Merkmale der Frührenaissance: ca. 1400-1490 Morgendämmerung der Neuzeit
Die Ideen der antiken Kultur erleben ihre Renaissance, ihre Wiedergeburt. Die Menschen und die Welt, nicht die Heiligen und das Jenseits werden gemalt. Zuerst findet diese humanistische Rückbesinnung in Italien ihren Ausdruck. Die Maler denken über Proportionen des menschlichen Körpers nach und beschreiben die Gesetze der Perspektive.
Ausgewogene Proportionen, Schönheit der Einzelformen, Symmetrie und Harmonie aller Teile und des Ganzen sollen die göttliche Wahrheit der Geometrie und ihre moralische Kraft verkörpern. Die Architekten orientierten sich bei den Grundrissen an einfachen idealen geometrischen Formen wie dem Quadrat oder dem Kreis. Man entlehnt Bauelemente wie Säulen, Pilaster, Kapitelle, Dreiecksgiebel etc. direkt der (griechischen) Antike.
Die Kuppel ruht gewöhnlich auf einem Tambour und ist von einer Laterne bekrönt. Die in der Gotik weitgehend aufgelösten Wände werden wieder geschlossen. Rechteck und Kreis dominieren. Die Fenster werden in der Frührenaissance rundbogig, in der Hochrenaissance waagerecht abgeschlossen (seit etwa 1500) und mit Dreiecks- oder Segmentgiebeln verdacht.
Wichtige Vertreter dieser Epoche: Michelangelo Buonarotti, Italien, 1475-1564 Leonardo da Vinci, Italien, 1452-1519 Raffaello Santi (Raffael), Italien, 1483-1520 Albrecht Dürer, Deutschland, 1471-1528
Die Porträtmalerei der Renaissance zeigt ein neues Menschenbild. In lebendiger Darstellungsweise wird die Welt der neuen wissenschaftlichen Entdeckungen dokumentiert. Die Kenntnisse von Perspektive und Proportionen werden verfeinert. Was in Italien im 15. Jh. begann, setzt sich im übrigen Europa fort.
Manierismus
Wichtige Vertreter dieser Epoche: Parmigianino, Italien, 1503-1540 El Greco, Spanien, 1541-1614 Guiseppe Arcimboldo, Italien, 1527-1593
Merkmale: ca. 1510 - 1590 Künstlichkeit statt Natürlichkeit
Gegen die ausgewogenen Meisterwerke der Renaissancekünstler wenden sich die Manieristen und zeigen eine andere Realität: verzerrte Perspektiven und übersteigerte Raumkonstruktionen, grelle, kontrastreiche Farben oder Menschen mit langgezogenen Gliedmaßen. Ihre Landschaften enthalten phantastische Züge und Elemente.
Barock
Wichtige Vertreter dieser Epoche: Diego de Silva y Velazquez; Spanien; 1599-1660 Peter Paul Rubens; Niederlande; 1577-1640
Merkmale des Barock: Leben in Bewegung
Der Barockmaler betont das sinnliche Erlebnis. Kräftige, bewegte Figuren finden sich in effektvoll ausgeleuchteten Landschaften und Räumen. Mit großen Gesten werden theatralische Momente beschworen. Mit Prunk, Pracht und Pathos wird eine naive Einheit der Welt gemalt. Körperliche Schönheit und Vitalität korrespondieren mit religiösem Überschwang.
Die absoluten Herrscher dieser Zeit benutzten die Stilmittel des Barock, um sich darzustellen und ihre Untertanen und Rivalen zu beeindrucken.
Rhythmische Gliederung in der Baukunst - Säulen, Pilaster und Fenster werden zu Gruppen zusammengefasst. Das Prinzip gilt für Fassaden ebenso wie für Innenräume. Geschwungene Formen in Grundriss und Aufriss, Betonung von Bewegung, Kraft und Spannung. Typisch für den Barock Stil sind außerdem: gesprengte Giebel, große Rundbogenfenster mit Unterteilungen, verkröpfte Gesimse, Gipsstuck, Putten und Statuen als Bauschmuck;
Rokoko
Wichtige Vertreter dieser Epoche: Jean-Honore Fragonard, Frankreich, 1732-1806 Francois Boucher, Frankreich, 1703-1770 J. B. Simeon Chardin, Frankreich, 1699-1779