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In der surrealistischen Malerei unterscheidet man gemeinhin zwei Tendenzen: Künstler wie Dali und Magritte versuchten, realistisch dargestellte Objekte der Erfahrungswelt aus ihrem Kontext herauszunehmen und in neue, irrationale Sinnzusammenhänge einzubinden (veristischer Surrealismus). Masson, Mirу oder Arp entwickelten eine Zeichenwelt aus abstrakt-organischen Formen - den sogenannten absoluten Surrealismus, welcher wiederum Einfluss auf den Abstrakten Expressionismus nahm.

Bauhaus

Wichtige Vertreter dieser Epoche: Paul Klee; Deutschland; 1879-1940 Oskar Schlemmer; Deutschland; 1888-1943 Josef Albers; Deutschland-USA; 1888-1976 Wichtige Bauhaus-Architekten: Walter Gropius; Deutschland; 1883-1969 Ludwig Mies van der Rohe; Deutschland; 1886-1969

Merkmale des Bauhaus: Nützliches soll schön sein

Das Bauhaus ist eine Kunstschule, in der die Trennung zwischen Künstler und Handwerker, zwischen "freier" und "angewandter" Kunst aufgelöst werden soll. Namhafte Künstler experimentieren hier in allen Fachrichtungen: "Endziel aller bildnerischen Tätigkeiten ist der Bau." Hier wird Zweckmäßigkeit der Gegenstände und Sachlichkeit der Form gelehrt.

Abstrakte Kunst

Wichtige Wegbereiter der abstrakten Kunst: Kandinsky, Wassily; Russland; 1866-1944 Klee, Paul; Deutschland; 1879-1940 Mirу, Joan; Spanien; 1893-1983

Merkmale der abstrakten Kunst: Kunstwerke, die keinerlei mimetische (abbildende) Absicht verfolgen, sondern statt dessen eine Bildsprache entwickeln, die die Struktur des Kunstwerkes als eigenständige Realität betont.

Die im 20. Jahrhundert zu beobachtende Vielfalt abstrakter Ausdrucksformen lässt sich auf zwei Enstehungswurzeln zurückführen: Aus dem Expressionismus geht die von Kandinsky begründete informelle Richtung der abstrakten Malerei hervor, welche sich in rhythmischen Farbkompositionen ausdrückt, während der Kubismus die Grundlage für eine geometrisierende Richtung schafft, die sich über den Konstruktivismus zur konkreten Kunst weiterentwickelt. Von anderen Künstlern wiederrum (u.a. Klee, Mirу) wird eine weitere Malrichtung der abstrakten Malerei initiiert, die eine eigene Bildsprache ikonischer, symbolischer, magischer oder dekorativer Zeichen ausbildet.

Der Begriff abstrakt bezieht sich auch auf Kunstwerke, die Natur abbilden, diese Abbildung aber durch Geometrisierung, Reduktion oder Ähnliches verfremden.

Neue Sachlichkeit (Verismus)

Wichtige Vertreter dieser Epoche: Otto Dix, Deutschland, 1891-1969 George Grosz, Deutschland, 1893-1959 Rudolf Schlichter, Deutschland, 1890-1955

Merkmale: ab ca. 1920

Die Neue Sachlichkeit formierte sich als Gegenbewegung zur abstrakten, ausdrucksbetonten Malerei des Kubismus, Futurismus und Expressionismus. Die Wiedergabe der Wirklichkeit wird wieder wichtig. Es entstehen kritische satirische Bilder über die Gesellschaft der Zwanziger Jahre, Karikaturen und Stilleben, welche trotz distanziert scharfer Konturierung und emotionsferner Abbildung der Realität eine engangierte Perspektivik des Künstlers erkennen lässt. Diese besondere Perspektivik äußert sich in der unbestechlichen Blickschärfe, die die Mehrschichtigkeit der Wirklichkeit hinter ihrer Oberflächenfassade freilegt und die Widersprüchlichkeit zwischen unberührter Natur und morbider Großstadtbürgerlichkeit bildlich greifbar macht. Die alltagsnahen Großstadtszenen spiegeln die Angst, die Leere und die Verlassenheit des Menschen inmitten von Industrielandschaften und Häusermeeren wieder. Trotz der zum Teil hyperrealistischen Darstellung kann man in den Bildern der Veristen eine reduzierte Figürlichkeit und einen straff durchorganisierten Bildorganismus erkennen, der die dargestellten Menschen partiell wie Maschinenfiguren erscheinen lässt. Durch diese klare Bildstruktur soll die kalte Gesichtslosigkeit einer Umwelt deutlich werden, die Menschen und Maschinen gleichstellt.

Informel Merkmale: ab ca. 1945 Formlosigkeit als Prinzip

Sammelbezeichnung für eine abstrakte Kunstrichtung, die sich um 1945 in Paris formierte und sich durch die Ablehnung einer organisierten Formstruktur von der sogenannten geometrischen Abstraktion (Konstruktivismus) abhebt. Mit Tachismus, Action Painting und Art brut brachte das Informel eine Vielfalt von Stilrichtungen hervor, die vor allem in den 50er und 60er Jahren die internationale Kunstszene beherrschten.

Feste Kompositionsregeln wurden abgelehnt, durch frei erfundene Zeichen oder durch die spontane Rhythmik von Farbflecken und Linien versuchte man, geistige Impulse unmittelbar auszudrücken.

Farbfeldmalerei

Wichtige Vertreter dieser Epoche: Mark Rothko; USA; 1903-1970 Barnett Newman; USA; 1905-1970 Frank Stella; USA; geb. 1936

Merkmale: ab ca. 1950 Farbklänge aus der Neuen Welt

Farben strahlen Schwingungen aus und bewirken beim Betrachter Stimmungen. Mit dieser Idee bemalen Künstler große Leinwände mit riesigen Farbflächen. Sie sind genau konzipiert, komponiert, und auf meditative Wirkung hin angelegt. Dieser neue Hang zur reinen Farbkomposition kommt aus New York, der alten und neuen Kulturmetropole.

Pop-Art

Wichtige Vertreter dieser Epoche: Roy Lichtenstein, USA, 1923-1997 Jasper Johns, USA, geb. 1930 Andy Warhol, USA, 1928-1987

Merkmale: ab ca. 1955

Die Pop-Art (verkürzt für popular art, auf Deutsch etwa "volkstümliche Kunst") entstand in zwei voneinander unabhängigen Richtungen in London und den USA. Die Bilder der Pop-Art wurden den Produkten der Massenindustrie entlehnt. Geprägt wurde der Begriff von dem englischen Kritiker A. Alloway. In den Gemälden, Collagen, Skulpturen, Photomontagen und Happenings der Pop-Art-Künstler tauchen Bierflaschen, Suppendosen, Comicstrips, Straßenschilder und ähnliche Objekte auf. Andere verwendeten die Objekte selbst, manchmal in überraschend verfremdeter Form. Neue Materialien wie Plastik, Kunstharzschaum und Acrylfarbe wurden bevorzugt. Als eine der wichtigsten Kunstbewegungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beeinflusste die Pop-Art nicht nur das Werk nachfolgender Künstler, sondern wirkte auch auf Werbung, Unterhaltungsmusik, Graphik-Design und Mode.

In den 60er Jahren erlebte die Pop-Art ihre Hochblüte als vorherrschender Stil, nachdem sie gewisse Ideen in sich aufgenommen hatte, die in der Dada-Bewegung wurzelten. Pop-Art entstand als Reaktion auf den Abstrakten Expressionismus der vierziger und fünfziger Jahre, den die Pop-Art-Künstler als zu intellektuell, subjektiv und losgelöst von der Wirklichkeit empfanden. Indem sie sich das Motto des amerikanischen Komponisten John Cage zu Eigen machten, die Kluft zwischen Leben und Kunst zu schließen, ließen sich die Pop-Art-Künstler auf die Wirklichkeit des Alltags ein. Sie verwendeten Bilder, die die Vulgarität der Massenkultur spiegeln sollten, um eine unmittelbare Wahrnehmung der Realität zu erreichen, wie sie in der realistischen Malerei der Vergangenheit nie gelingen konnte. Ziel war eine unpersönliche Kunst, die dem Betrachter einen direkten Kontakt zum Kunstwerk ermöglichen und weniger auf Absicht und Persönlichkeit des Künstlers verweisen sollte. Aber auch satirische und kritische Momente sind in der Pop-Art festzustellen.

Happening und Fluxus

Wichtige Vertreter dieser Epoche: Joseph Beuys, Deutschland, 1921-1986 Allan Kaprow, USA, geb. 1927 Wolf Vostell, Deutschland, 1932-1998

Merkmale: ab ca. 1960 Kunst ist Aktion

Ein Happening ist eine Form der Aktionskunst mit aktiver Beteiligung des Publikums. Der Ablauf eines Happenings ist in den Grundzügen vom Künstler geplant, aber ansonsten situationsbedingt dem spontanen Verhalten der Akteure und dem Zufall überlassen.

Im Unterschied hierzu ist bei einer Performance oder Aktion der Ablauf mehr oder weniger festgelegt; der Künstler agiert vor einem unbeteiligten Publikum. Allerdings werden die Begriffe Happening, Performance und Aktion nicht immer streng unterschieden. Der deutsche Happening-Künstler Wolf Vostell umriss sein Konzept folgendermaßen: "Meine Happenings sind eine Begegnung zwischen meinem EGO und dem EGO des Publikums. Meine Ideen geben dem Publikum Initiative und stellen den Beteiligten in das Zentrum des Geschehens. Ich fabriziere die Ideen und ihre grobe Struktur ihrer Zusammenhanglosigkeit vor, das Publikum muss sich sein lassen."

Das Happening soll die Grenzen zwischen Kunst und alltäglichem Leben verwischen oder zumindest zeitweise aufheben. Ziel ist eine Sensibilisierung des Publikums und eine neue Wirklichkeitserfahrung. Pionier dieser Kunstform war der amerikanische Künstler Allan Kaprow, der 1959 das erste Happening veranstaltete und in der Folgezeit auch zum wichtigsten Theoretiker des Happenings wurde.

Auch in der internationalen Fluxus-Bewegung, welche eine musikalische Form der Aktionskunst darstellt, waren Happenings und Aktionen zentrale Ausdrucksformen.

Fotorealismus

Wichtige Vertreter: Don Eddy, USA, geb. 1944 Franz Gertsch, Schweiz, geb. 1930 Richard Estes, USA, geb. 1936

Merkmale des Fotorealismus: ab ca. 1970 Alltagsspiegelungen

Der Fotorealismus hat seinen Ursprung in Amerika und wurde auch in Westeuropa weit verbreitet. In fotografisch exakten Figurationen zeigen die Bilder dieser Epoche die verschiedenen Möglichkeiten einer fotografischen Manipulation der Wirklichkeit, von der Trompe l'oeil Technik, bis hin zur Verschiebung der Tiefenperspektive, von der Verwischung des Vordergrundes, bis zur Überbelichtung oder Farbstichigkeit. Der Fotorealismus thematisiert die Frage nach Abbildung und Wirklichkeit. In einer Zeit, in der gerade in Amerika die Bilderflut der Medien überhand nimmt, ist das Ausdruck von Verunsicherung und Kritik.

In der Plastik werden oft direkte Abgüsse von menschlichen Körpern angefertigt, die entweder nackt belassen sind, oder eine realistische, teilweise überzeichnende Ausstaffierung erhalten, um der Kritik an gesellschaftlichen Zuständen Ausdruck zu verleihen.

Transavanguardia

Wichtige Vertreter: Francesco Clemente, Italien, geb. 1952 Sandro Chia, Italien, geb. 1946 Enzo Cucchi, Italien, geb. 1950

Merkmale: ab ca. 1975 Italienischer Triumph des Unbeschwerten

Der Begriff Transavanguardia wurde von Achille Bonito Oliva für eine italienische Variante des Neoexpressionismus geprägt. Was malt man, wen die Avantgarde bereits das Ende der Malerei proklamiert hat? Die Transavanguardia will zurück zu unbeschwerten Malerfahrungen. In Italien beziehen sich junge Künstler auf traditionelle Themen, Formen und Maltechniken. Statt Abstraktem oder Hyperrealistischem zeigen sie jetzt wieder persönlichen Bildausdruck, oft auch Ironie.

Konstruktivismus

Der moderne Ingenieurbau stellt die nach der Gotik verlorene Einheit von Konstruktion und Baugestalt wieder her. Bei Brücken, Hallen und Glasdächern steigern sich nicht nur Größe und Perfektion, an den weitgespannten Konstruktionen bildet sich auch eine neue Ästhetik aus. Sie gewinnt mit dem 300 m hohen Eiffel-Turm zur Weltausstellung 1889 in PARIS eine den großen historischen Sakralbauten vergleichbare Position.

Brutalismus

Brutalismus ist ein Architekturstil der Architektur in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts.

Weiterhin kennzeichnen die Architektur reine geometrische Körper, Stahl und Glas.

Dekonstruktivismus ist eine Kunststilrichtung, die den Anspruch einer Ablösung der Postmoderne erhebt. In Anlehnung an die Dekonstruktion Jacques Derridas sollen in der Architektur Struktur und Form simultan einer Destruktion und einer erneuten Konstruktion unterzogen werden.

In der Architektur ging (und geht) es gewissermaßen immer um reine Formen; es geht darum, Gebäude im Rückgriff auf einfache geometrische Körper (Würfel, Zylinder, Kugel, Pyramide, Kegel usw.) zu konstruieren und ihnen einen wohlgeordneten, stabilen Charakter zu geben.

Übung 2

Anhand der oben angeführten Informationen tragen Sie die passenden Daten in die folgende Tabelle ein.

Höhlenmalerei

ca. 30.000 - 10.000 v. Chr.

Altägyptische Kunst

ca. 3500 - 300 v. Chr.

Altgriechische Kunst

Römische Kunst

Byzantinische Kunst

Frühchristliche Kunst

Romanik

Gotik

Frührenaissance

Hochrenaissance

Manierismus

Barock

Rokoko

Klassizismus

Romantik

Biedermeier

Realismus

Impressionismus

Symbolismus

Jugendstil

Fauvismus

Expressionismus

Kubismus

Futurismus

Dadaismus

Surrealismus

Bauhaus

Abstrakte Kunst

Neue Sachlichkeit

Farbfeldmalerei

Pop-Art

Happening und Fluxus

Fotorealismus

Transavanguardia

Übung 3

Stellen Sie Fragen zu den folgenden Sätzen, gebrauchen Sie dabei die in den Klammern angegebenen Wörter:

1. Die Romanik wurde von der zweiten großen Stilepoche, der Gotik, Mitte des 12. Jahrhunderts abgelöst, (wovon?) 2. Der Formalismus trat gegen alle realistischen Tendenzen in der bildenden Kunst auf. (wogegen?) 3. Die Renaissance lehnte sich an die Antike an. (woran?) 4. Die schweren und prachtvollen Züge des Barocks wurden in der Rokoko-Epo­che in die Kleinbildwerke umgewandelt, (wie?) 5. Ein hervorragender Künstler würde nie andere Künstler nachahmen, (was?) 6. Die hervorragendsten Werke jeder Epoche werden bis in die kommenden Jahrhunderte hinein bewundert, (bis wann?)

Übung 4

Beantworten Sie folgende Fragen:

  1. Für welche Kunstzeitalter war das Streben der Künstler nach lebensgetreuer Darstellung der Wirklichkeit besonders kenn­zeichnend?

  2. Worauf waren die ältesten Richtungen der europäischen Kunst sehr stark angewiesen?

  3. Welche Kunstrichtungen stellten die menschliche Gestalt in ihren Mittelpunkt?

  4. Wie wurden die besten Traditionen der antiken Kunst in der neueren Zeit fortgesetzt?

  5. Wurden alle berühmt gewordenen Künst­ler zu ihrer Lebzeiten anerkannt? Führen Sie passende Beispiele an.

  6. Wie änderten sich im Verlaufe der Zeit die Farbskala und das Kolorit in der Malkunst?

  7. Wann haben verschiedene dekorative Elemente die wichtigste Rolle gespielt?

  1. Wie ist der Kunststil mit seiner Epoche verbunden?

  2. Kann man in bezug auf die Kunst vom Fortschritt sprechen? Worin besteht dieser Fortschritt?

  3. Zu welchem Zweck greifen die Künstler zu symbolischen Ge­stalten und Allegorien? Wann wurde diese Darstellungsart besonders oft verwendet?

  4. Welche Formen der Wohneinrichtung waren für den Bieder­meierstil typisch?

  5. Welche Kunstströmungen tendieren zum Rationalismus und in welchen überwiegt das irrationale Element?

  6. Können alle Entwicklungstendenzen der modernen Kunst po­sitiv eingeschätzt werden?

  7. Welche Linien waren für die Renaissance typisch?

Übung 5

Antworten Sie auf die folgenden Fragen. Beachten Sie dabei die Rektion:

1. Was hat der Klassizismus nachgeahmt? 2. Woran lehnt sich die Gotik an? 3. Welcher Kunststil wurde von dem Biedermeier abgelöst? 4. Wie hat man die antiken Formen im 19. Jahrhundert umgewan­delt? 5. Welcher Farben bedienten sich die Impressionisten? 6. Zu welchem Symbol wurde das bekannte Bild von Picasso „Die Taube“?

Источник: https://studfile.net/preview/16712927/