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Dieser saß auf einem schönen Sammetkissen am unteren Ende der Tafel neben der nicht schönen Gattin des Gymnasialdirektors... (Th. Mann)

Es gibt Kaffee“, sagte der Unteroffizier... . „Nicht für uns“, erwiderte der Gefreite. (E. M. Remarque)

Es ging nicht so schnell, wie Geschke es wünschte. (A. Seghers)

Als Mittel der Verneinung treten in verneinenden Sätzen oft die Negativpronomen kein, keiner, niemand, nichts und die Adverbien nie, niemals, nirgends auf:

Er war keiner von den Schlimmsten, nur mittelschlimm. (A. Seghers)

Niemand rührte sich im Abteil. (E. M. Remarque)

Frau Hohner sagte nichts. (L. Frank)

Sie hatte noch nie einen Schriftsteller... gesehen. (Th. Mann)

Das Pronomen kein steht nur attributiv, und zwar bei einem Substantiv, welches man im entsprechenden bejahenden Satz mit dem unbestimmten Artikel oder artikellos gebraucht.

Dann roch er plötzlich den Rauch. Er blieb stehen. Es war kein Schornsteinrauch; auch kein Holzfeuer; es war Brandgeruch. (E. M. Remarque)

Das Pronomen kein wird auch in bejahenden Sätzen gebraucht. Das ist der Fall, wenn der Satz eine Gegenüberstellung enthält.

Am Grenzübertritt stand kein Neger, sondern ein schmaler blonder Franzose. (A. Seghers)

Das Dorf war kein Dorf mehr, sondern ein großer Friedhof. (W. Bredel)

Außer den genannten Mitteln der Verneinung kann diese auch durch die Konjunktionen weder... noch, ohne... (zu) erfolgen.

Ihn fröstelte, er hatte weder Mantel, noch Decke, noch Strohsack. (W. Bredel)

Er schrieb weiter, ohne sich umzublicken. (B. Kellermann)

Zuweilen enthält ein Satz mit der verneinenden Partikel nicht keinerlei Verneinung. Nicht dient hier zum Ausdruck einer unsicheren Annahme, einer höflichen Anfrage, einer bescheidenen Äußerung usw.

Winfried dachte: „Was sich die Leute nicht alles einbilden!“ (A. Zweig)

Mutter, ist da nicht noch etwas von dem Keks, den Erwin mitgebracht hat? Hol ihn doch heraus für Herrn Graeber.“ (E. M. Remarque)

Eine ganz besondere Art der Kongruenz stellt die Übereinstimmung in Person und Zahl zwischen dem Subjekt und Prädikat eines Satzes dar (s. auch § 253). In diesem Fall kann man weder von einem Beziehungswort, noch von einem abhängigen Wort sprechen. Die Abhängigkeit des Prädikats vom Subjekt ist eine rein grammatische: das Prädikat ist als eines der beiden Hauptglieder des Satzes dem Subjekt an Bedeutung und Wert ebenbürtig. Es kommt auch vor, daß das Prädikat sich in seiner Form mehr nach dem Sinn des Subjekts richtet als nach dessen grammatischer Form, namentlich, was die Zahl anbelangt.

Heute fehlen eine gute Anzahl Kameraden... (A. Zweig)

Der Regen, auch das dünne Rieseln, hatte aufgehört, doch die Luft war feucht und dick. (W. Bredel)

§ 15. Die Rektion.

Bei der Rektion fordert das Beziehungswort eine bestimmte Kasusform des abhängigen Wortes. Die Rektion geschieht entweder unmittelbar oder mittels einer Präposition. Durch die Rektion kann das abhängige Wort mit einem Verb, einem Substantiv oder einem Adjektiv verbunden werden. Als abhängiges Wort tritt meist ein Substantiv oder ein Pronomen, zuweilen ein Adjektiv auf (auch andere Wortarten im Falle ihrer Substantivierung).

Frieda starrte bewundernd das Bild an. (W. Bredel)

Seine ganze zärtliche Liebe zum Leben durchzitterte ihn in diesem Augenblick und die tiefe Sehnsucht nach seinem verlorenen Glück. (Th. Mann)

Er war zufrieden mit sich und stolz auf seine Entschlossenheit. (Th, Mann)

Er war seiner Sache gewiß. (H. Mann)

§ 16. Die Anschließung.

Durch Anschließung werden ein unflektierbares Wort (allein oder als Kernwort einer Wortgruppe) sowie eine präpositionale Wendung mit einer Wortart verbunden, mit der sie eine Wortgruppe bilden können. Bei der Anschließung wird die Abhängigkeit eines Wortes nur durch seine Stellung neben oder in der Nähe des Beziehungswortes gekennzeichnet.

Durch Anschließung verbindet man meist:

1. ein Adverb mit einem Verb, einem Substantiv oder substantivischen Pronomen, einem Adjektiv, einem Partizip I oder II, einem anderen Adverb: lange schlafen; das Fenster rechts; ein sehr ausführlicher Brief; laut singend; ein gut geschriebener Aufsatz; sehr laut usw.;

Langsam ging ich durch die Straßen. (E. E. Kisch)

Ich will zu einem Kollegen in dem Dorf da drüben.“ (B. Kellermann)

Er wurde fast ruhig. (A. Seghers)

Die Familie besuchte das nah gelegene Seebad. (H. Mann)

...und bei diesem Licht konnte sie das Kind ganz gut sehen. (B. Brecht)

2. eine präpositionale Wendung mit einem Verb, Substantiv, Adjektiv, Partizip, Pronomen, Numerale: in den Wald gehen, zum Andenken schenken, die Werke von Heine, die Blumen in der Vase, rot vor Scham, durch die Straße gehend, mit Sorgfalt ausgeführt, keiner von den Schülern, zwei an der Grenze;

Bis in den Hochsommer blieb unser Meister in Böhmen. (Th. Mann)

Der Gegenstand dieses Gespräches war ein Greis von kräftiger Gestalt. (M. v. Ebner-Eschenbach)

Graeber hörte auf einmal wieder die Stimme der Sängerin von gegenüber. (E. M. Remarque)

3. einen Infinitiv bzw. eine Infinitivgruppe mit einem Substantiv, Adjektiv oder Verb (aber nur wenn der Infinitiv nicht als Bestandteil des Prädikats auftritt);

Mein Wunsch, mich anzuschließen, wurde gut aufgenommen. (A. Seghers)

Ach, Onkel Gustav, bin ich froh, dich wiederzusehen!“ (W. Bredel)

Hardekopf erhob sich und ging die Küchentür öffnen. (W. Bredel)

4. ein Partizip I oder II bzw. eine Partizipialgruppe mit einem Verb oder einem Substantiv.

Eine Lerche stieg trillernd empor. (K. Türke)

Seine Forschungen, nützlichen Dingen gewidmet, führten ihn... immer wieder auf die Felder... (B. Brecht)

Hauptsatzglieder

§ 17. Das Subjekt (Satzgegenstand)

Das Subjekt nennt, wie gesagt, eine Person, ein Ding oder etwas als ein Ding Gedachtes. Es nennt den Träger einer Handlung, eines Zustands sowie den eines Merkmals. Oft auch nennt das Subjekt eine Person, ein Ding, die bzw. das der Einwirkung einer anderen Person bzw. eines Dings ausgesetzt sind.

Das Subjekt steht im Nominativ und antwortet auf die Fragen wer?, was?; dabei tritt zum Fragewort stets das Prädikat des Satzes.

Das Kind lacht. Wer lacht? Das Kind.

Das Haus ist neu. Was ist neu? Das Haus.

Das Subjekt kann ausgedrückt werden:

1. durch ein Substantiv;

Nun werden Pläne geschmiedet. (W. Bredel)

2. durch substantivierte Wortarten: a) Adjektive und Partizipien;

Der Alte trottete in entgegengesetzter Richtung aus der Stadt heraus. (A. Seghers)

Ein alter Bekannter kann immer mal auftauchen.“ (A. Seghers)

Die Geladenen, die größtenteils auswärts wohnten, waren im Laufe des Tages und einige schon gestern eingetroffen. (B. Kellermann)

b) (substantivierte) Infinitive;

In solch einer Universitätsstadt ist ein beständiges Kommen und Abgehen... (H. Heine)

Das Krachen der Kanonenschüsse, das Dröhnen der Glocken riß die Stadt mit einem Schlag aus dem Schlaf. (W. Bredel)

c) andere (substantivierte) Wortarten;

Er klopfte an die Tür... Ein Herein ward laut, und er folgte ihm. (Th. Mann)

Als das bekannte wohltätige Eins... verhallt war, wagte ich endlich, mich zu rühren... (G. Keller)

Half ihm doch kein Weh und Ach. (J. W. Goethe)

3. durch ein Pronomen;

Jeder, der ins Arztzimmer tritt, muß seinen Namen rufen. (W. Bredel)

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? (J . W. Goethe)

Er ging langsam durch die Straßen... . Alles um ihn her war plötzlich fremd und unerreichbar. (E. M. Remarque)

Nichts ist verloren, denn du bist noch mein. (F. Schiller)

Das ist ein sehr schönes Kleid“, sagte er etwas verlegen. (E. M. Remarque)

4. durch eine beliebige Wortart;

Das klügste ist, sie geht morgen zum Arzt. (L. Feuchtwanger)

Vier sind noch junge Burschen, einer ist älter... (W. Bredel)

Die drei setzen ihren Marsch fort. (W. Bredel)

Aufgeschoben heißt nicht aufgehoben. (Sprichwort)

Ausgehen kam heute abend unter keinen Umständen in Frage. (H. Fallada)

5. durch eine Wortgruppe.

Frisch gewagt ist halb gewonnen. (Sprichwort)

Es ist schön, jung zu sein. (B. Kellermann)

Zuweilen steht das Subjekt nicht im Nominativ, sondern im Genitiv. Das kommt vor:

1. wenn das Subjekt durch eine stehende Wendung ausgedrückt wird;

Herr Klöterjahn verweilte nicht lange in „Einfried“. Er hatte seine Gattin hierher geleitet; nach Verlauf einer Woche aber, als er sie wohl aufgehoben und in guten Händen wußte, war seines Bleibens nicht länger. (Th. Mann)

2. wenn das Prädikativ eine bestimmte Menge, Anzahl angibt.

Der Aufgaben werden immer mehr... (W. Bredel)

EINTEILUNG DER SÄTZE NACH DER ART DES SUBJEKTS

§ 18. Persönliche Sätze

Nach der Art des Subjekts unterscheidet man, unbestimmt-persönliche, verallgemeinernd-persönliche und unpersönliche.

In den persönlichen Sätzen kann das Subjekt durch eine beliebige Wortart (mit Ausnahme einiger Pronomen) oder eine Wortgruppe ausgedrückt werden.

Die rote Dämmerung breitete sich immer mehr aus. Alles wurde unwirklich in dem sonderbaren Licht. „Sieh nur den Baum dort“, sagte Elisabeth plötzlich. „Er blüht.“ Graeber blickte hin. Der Baum war durch eine Bombe fast aus der Erde gerissen worden. Ein Teil der Wurzeln hing lose in der Luft, der Stamm war zerbrochen, und einige Äste waren abgerissen; aber er war tatsächlich voll weißer, rötlich beschienener Blüten. (E. M. Remarque)

§ 19. Unbestimmt-persönliche Sätze

In den unbestimmt-persönlichen Sätzen wird das Subjekt durch das unbestimmt-persönliche Pronomen man ausgedrückt.

Man fragte Hans zu Hause, wo er so lange geblieben war. (A. Seghers)

Wegen der Verdunklung sah man nirgends ein Licht. (H. Fallada)

Zuweilen kommt in den unbestimmt-persönlichen Sätzen auch das Pronomen sie (3. P. Pl.) als, Subjekt vor.

Sie wird mit unbestimmt-persönlicher Bedeutung meist in der Umgangssprache gebraucht, wenn die gemeinten Personen nicht genauer bezeichnet werden sollen; es handelt sich dabei oft um Vertreter der Obrigkeit, der Behörden, der Staatsmacht, denen gegenüber der Sprecher eine ablehnende oder auch abschätzige Haltung annimmt.

Nun war Marion außer sich vor Freude. „Wo warst du, Papa, was haben sie mit dir gemacht?“ forschte sie unter Tränen. (B. Kellermann)

Warum hat sich denn die Rosenthal bei Ihnen versteckt?“ — „Weil sie Angst gehabt hat so allein in ihrer Wohnung. Die hat über uns gewohnt. Der haben sie den Mann weggeholt. Da hat sie Angst gehabt, Herr Kommissar...“ (H. Fallada)

§ 20. Verallgemeinernd-persönliche Sätze

In den verallgemeinernd-persönlichen Sätzen wird das Subjekt durch das unbestimmt-persönliche Pronomen man oder die Personalpronomen wir und du ausgedrückt. Solche Sätze enthalten oft Sentenzen, sprichwortartige Weisheiten, Äußerungen gemeingültigen Charakters.

Man erinnert sich immer gut an Dinge, die man liebt“, erwiderte Christa. (B. Kellermann)

Wie man in den Wald ruft, so hallt es zurück. (Sprichwort)

Er behauptete immer: wir fürchten etwas, weil wir es durch Vernunftschlüsse für furchtbar erkennen. (H. Heine)

Verallgemeinernd-persönliche Bedeutung haben auch Sätze mit man, in denen das Prädikat im Präsens Konjunktiv steht oder ein Modalverb als Bestandteil aufweist.

Man mache die Probe mit den angeführten Beispielen. (H. Paul)

Sehen Sie, man muß den Dingen stets auf den Grund gehen, Frau Ruoff! (F. Wolf)

Aber, Greta, schämst du dich nicht? Erzähl es bloß niemand. Was soll man von dir denken?“ (W. Bredel)

Anmerkung. Die verallgemeinernd-persönlichen Sätze mit man berühren sich häufig mit unbestimmt-persönlichen Sätzen. Das erklärt sich vor allem aus der gleichen grammatischen Form der beiden Satzarten.

§ 21. Unpersönliche Sätze

 In den unpersönlichen Sätzen wird das Subjekt durch das unpersönliche Pronomen es ausgedrückt.

Das unpersönliche Pronomen es hat keinen semantischen Inhalt, es erfüllt eine grammatische Funktion, indem es einen Satz ohne eigentlichen Träger des im Prädikat ausgedrückten Merkmals zum üblichen zweigliedrigen Satz gestaltet. Die unpersönlichen Sätze können auch eingliedrig sein und enthalten dann kein Subjekt.

Die unpersönlichen Sätze mit es bezeichnen:

1. Naturerscheinungen (als Vorgang, als Ruhezustand sowie als Übergang zu einem solchen);

Es war noch sehr früh, als ich Göttingen verließ... (H. Heine)

Источник: https://studfile.net/preview/16712778/