Sie erscheinen kontinuierlich und veröffentlichen ausschließlich aufbereitetes Material der eigenen Klienten. Sehr häufig betreuen PR-Agenturen redaktionell und organisatorisch die Pressedienste von Verbänden und Vereinigungen. ;
Die Übernahme des Materials erfolgt kostenfrei.
- Presse-Materndienste von Verlagen oder Verlegerverbänden Diese bieten ressortoder themenorientiertes Material an. Die Auswahl, Zusammenstellung, der Umbruch und die
Produktion der Druckvorlagen liegt beim Absender. Abgenom-
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men werden diese fertiggestalteten Zeitungsseiten von Zeitungsverlagen und Anzeigenblättern.
Zwei Angebotsformen haben sich durchgesetzt:
Ein Anbieter liefert komplett gestaltete und journalistisch frei recherchierte Zeitungsseiten. Die Verlage entscheiden wöchentlich, welche Seite übernommen wird. Sie zahlen dann, wie bei Nachrichtenagenturen, ein auflagenabhängiges Honorar.
Mehrere Anbieter liefein den Verlagen Themenseiten als Material für Beilagen und Anzeigen-Umfelder an. Die abnehmenden Verlage, hier meist die Anzeigenleitungen, zahlen für den Jahresbezug. Zusätzlich finanzieren die Absender dieser Seiten einen Teil ihrer Produktion über PR-Aufträge.
- Pressedienste von Redaktionsbil-ros oder Eimelheraus^ebern Diese spezialisieren sich in aller Regel auf bestimmte
Themen und informieren dann periodisch (meist 14tägig)die Redaktionen. Zwei Finanzierungsmodelle haben sich durchgesetzt:
Kostenlose Zusendung; der abdrUkkende Verlag zahlt ein
Honorar nach Haussätzen.
Kostenpauschale für die reine Zusendung; zusätzlich Abdruckhonorar, meist nach den Sätzen der abnehmenden Redaktion, für die Übernahme von Meldungen.
Für den Bereich Wirtschaft gibt es bereits mehr als 700 Pressedienste. Stark im Kommen sind Anbieter für private Rundfunkund Femsehanstalten, die sendefähige Beilrägc anlie-
fern.
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Empfehlungen
Pressedienste füngieren als Mittler zwischen Unternehmen und empfangenden Redaktionen. Sie gehören deshalb in den Presseverteiler. Praktiker in den Redaktionen empfehlen produktunabhängige Pressedienste als Alternative zur „plumpen
Produktinformation". Voraussetzung: Sie bieten von vornherein Texte an, die sich allgemein
mit einem bestimmten Thema beschäftigen.
Da immer mehr Zeitungen und Publi-kuinszcitschriften ihre Service-Angebote für Leser verstärken, steigt hier automatisch der Bedarf an verfügbaren Themen.
Allerdings setzt diese Berichterstattung Fachkenntnisse voraus, über die die verantwortlichen Redakteure nicht oder nur sporadisch verfügen. Für sauber zwischen Produkt und Thema trennende Pressedienste ergeben sich dadurch neue Abdruckchan-
Literaturhinweise
Postina, Th.: Tips für die Öffentlichkeitsarbeit, Dannstadt
1992
Schmitt, W.C.: Die stille Meinungsmacht vom Main. In: Artikel 5, 2/92
RalfJaeckel
—> Pressearbeit (betrieblich)
Pressekonferenz (Checkliste) l Anlaß (Aufhänger)
1.1 Erstellung eines größeren Gebäudekomplexes (z.B.
Verwaltungshochhaus)
261144
1.2Neues Produkt wird auf den Markt gebracht
1.3Interessanter Vortrag einer bedeutenden Persönlich-
keit
1.4 Jubiläum des Unternehmers, Unternehmens, Manag-
ers
1.5Neue Rechtsform wird gewählt
1.6Technische Neuerungen werden eingeführt
1.7Gesellschafterversammlung
l .8 Vorlage des Geschäftsberichts 1.9 Eröffnung neuer Geschäftsstellen
2 Teilnehmer (hängen von der Art der Mitteilung, vom Anlaß usw. ab)
2.1 Lokalpresse, Bezirkspresse: z.B. bei Neubau, Ju-
biläen
2.2 Fachpresse: technische Neuerungen, Produkt
2.3 Überregionale Presse: Umwandlung der Rechtform, z.B. in Mitunternehmergesell-schaft, neues Produkt
2.4 Einzelpersönlichkeiten (Ad-hoc-Journalisten, z.B. Soziologen, Fachexperten)
3 Termin
3.1Positivtermine: dienstags bis donnerstags 10.00-
12.00Uhr und 15.00-17.00 Uhr, günstig z.T. auch 13.00-14.00
Uhr
3.2Negativtermine
3.2.1 Nicht am Wochenende
262
3.2.2 Nicht montagmorgens 3.2.3 Nicht freitagnachmittags 3.2.4 Nicht zu früh am Morgen 3.2.5 Nicht zu spät am Abend
3.2.6 Nicht in den Ferienmonaten
3.2.7 Nicht zur Zeit wichtiger Ereignisse der Tagespolitik oder anderer Veranstaltungen (z.B. Fußballweltmeisterschaft)
3.3 Grundsätzliche Anfrage bei der Presse, ob nicht andere wichtige Aufgaben zum Zeitpunkt der Pressekonferenz die Redaktion blockieren
4 Standort
4.1Verkehrsgünstiger Platz: durch Bahn, Bus, Autobahn, Bundesstraße günstig zu erreichen
4.2Parkplätze sollten in unmittelbarer Nähe des Konferenzortes reserviert werden
4.3 Ausnahmen sind erlaubt, wenn Pressekonferenz am Unternehmenssitz bzw. Demonstrationsobjekt stattrindet
4.4 Mitteilung der Reisezeiten und eventuell Anschlüsse für Eisenbahn, Bus, Flugzeug, Straßenbahn
4.5 Eventuell Lotsendienst für Journalisten von und zum Bahnhof, zu Bushaltestellen, Großparkplätzen usw. einrichten
4.6 Spezialinstruktionen für Mitarbeiter, z.B. Pförtner,
Telefonzentrale
4.7 Freie Anfahrt, Abfahrt, Vorfahrt für die Journalisten im Betrieb
4.8 Beschilderung des Zugangs zum Konferenzraum (im
Betrieb)
263
4.9Freundliche Ausgestaltung der Räumlichkeiten
4.10Hinweisschilder vom Konferenzraum zu Telefon,
Telefax, Kopiergerät, Garderobe, Kantine, Cafe usw. 5 Dauer
5. l Kleine Pressekonferenz nur bis 30 Minuten
5.2Bei langen Reisezeiten: vorher gemeinsame Mahl-
zeit reichen
5.3Angemessene Zeitverhältnisse zwischen Reisezeit und Beginn der Konferenz veranschlagen
5.4Kein Jnformationsmaterial vor der Mahlzeit austei-
len
5.5Keine langatmige Wiederholung des Informationsmaterials geben, nur kurze Übersicht vermitteln
5.6„Fragestunde" sollte den Vorrang haben
5.7 Auch bei der „Großen Pressekonferenz" sollte die Gesprächszeit 2 Stunden nicht überschreiten
6 Organisationsfragen
6.1'Die Journalisten sollten als Gäste betrachtet und behandelt werden
6.2Jedem Journalisten ist nach Möglichkeit unauffällig ein sachkundiger Mitarbeiter beizuordnen
6.3Kleiner Imbiß, Rauchwaren, leichte Getränke sollten
(bei kleiner Pressekonferenz) vor Konferenzbeginn bereitge- |
|
stellt sein |
264 |
|
|
6.4 |
Eine Sitzund Stehordnung sollte unauffällig die |
Konferenz regulieren |
|
6.5 |
Den Journalisten sind Telefonanschlüsse zur |
Verfügung zu stellen |
|
6.6 |
Aufgliederung des Konferenzraumes: |
Sprechertisch, Teilsprechertisch, Journalistentisch,
Gästetisch, Tisch für Eventualspre-cher (Sachverständige, Sachbearbeiter, Funktionsträger)
6.7 Evtl. Vorabinformation (schriftlich, mündlich, fernmündlich) je nach Zahl der Journalisten und Bedeutung der
Pressekonferenz abgeben 7 Einstimmung
7.1Vortrag: fachbezogen, allgemein aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft
7.2Diaschau: über Wirtschaftsraum, Standort, Firma, Produkte, Spezialthemen, nur 4-8 Minuten
7.3Tonbildschau: siehe Diaschau
7.4Film: siehe Diaschau
7.5Musikalische Darbietung: Gesang, Instrumente
7.6Gegenständliche Darbietung:
Weinprobe, andere Getränke, Speiseproben, Ausstellun-
gen
7.7 Mündliche Darbietung: Autorenlesung, Rezitationen
8 Inhalt und Sprecher
8.1 Konzentration auf wesentliche, aktuelle Informatio-
nen (kurze Übersicht)
265
8.2Keine langatmigen Wiederholungen des Informa- tionsmate-rials
8.3Keine einseitige Berieselung mit schwierigen Fakten
8.4Keine Schleichwerbung betreiben, nur auf reine Information beschränken
8.5Keine Manuskripte ablesen. Dies ist dann keine Rede, sondern eine Lese!
8.6Sprecher
8.6.1 Firmenchef, Sprecher des Vorstandes oder ein Mitglied der Geschäftsleitung, welches hierfür die beste Begabung zeigt
8.6.2 Besonderer Firmensprecher, Chef der PRoder Presseabteilung
8.7 Ergänzender Sprecher
8.7.1 Sachverständige und weitere kompetente Mitarbeiter können durch programmbezogene Einlagen mit eingesetzt
werden, z.B. bei besonderen technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Problemen oder bei entsprechenden Fragen in der Fragestunde
8.7.2 Ad-hoc-Sprecher Abteilungsleiter, Prokuristen,
Sachbearbeiter, deren Aufgabengebiete angesprochen werden, sollten grundsätzlich anwesend sein, um Spezialpro-
bleme in der Fragestunde zu beantworten 9 Journalistische Be-
handlung
266
9.1Keine direkten oder indirekten Befehle an die Journalisten erteilen, z.B.: „Das müssen Sie unbedingt bringen!"
9.2Bessere Methode: Interessante Informationen geben, exzellente Demonstrationen darbieten, brauchbare Unterlagen überreichen
9.3Bei provozierenden oder weniger qualifizierten Fragen nur sachlich antworten
9.4Je informativer und formvoller eine Pressekonferenz gestaltet ist, um so qualifiziertere Journalisten werden die Pressekonferenz umrahmen
9.5Geschenke
9.5. l Grundsatz: keine Geschenke
9.5.2Wenn schon dieses Prinzip durchbrochen wird: Geschenke nur im Zusammenhang mit dem Unternehmen oder Inhalt der Pressekonferenz
9.5.3Beschränkung auf originelle und praktische Geschenke, wenn kein Unternehmensbe-zug herzustellen ist
9.5.4 Geschenke als Erinnerung, Mitbringsel, gute Geste deklarieren
10 Wirkungskontrolle
10.1Numerische Wirkung: Zahl der Teilnehmer an der Pressekonferenz, Zahl und Umfang der Berichterstattungen
10.2Tendenzen der Berichterstat
tung: Gutskala 1-5, Schlechtskala 1-5 |
|
|
267 |
10.3 |
Aufmerksamkeitswirkung durch Preund Posttests |
10.4 |
Kommunikationswirkung durch Preund Posttests |
10.5 |
Einstellungswirkung durch Pre und Posttests |
10.6 |
Verhaltenswirkung durch Pre und Posttests 11 |
Ausstrahlungswirkung |
|
11.1 |
Neutrale Wirkung (keine Ausstrahlung) |
11.2 |
Negative Ausstrahlung (in Zeitintervallen): auf Im- |
age, Einkaufsund/oder Verkaufs-. ergebnisse |
|
11.3 |
Positive Ausstrahlung (in Zeitintervallen): auf Im- |
age, auf Wirtschaftlichkeitsrechnung |
|
12 |
Kosten |
12.1 |
Vorbereitung |
12.2 |
Ablauf |
12.3 |
Zu s atzprogramm |
12.4 |
Nachbereitung |
Lueraturhinweis |
|
Pieper, W.: Betriebliche Pressearbeit. In: 24. PR-Seminar des Instituts für Öffentlichkeitsarbeit der Wirtschaft, Fachhochschule Pforzheim (Manuskript) 1992
Wolfgang Pieper
—> Pressearbeit (betrieblich)
Public Relations
Definition
,,In den Public Relations sollen keine Factions (Mischung
268
von Tatsachen und Dichtung) veranstaltet werden", meinte beziehungsreich ein erfahrener Kommunikationspraktiker zur Überbetonung der Anglizismen im heutigen Sprachgebrauch. Im Deut
schen wird als Öffentlichkeitsarbeit allgemein die Pflege der Beziehungen zwischen einem Auftraggeber und einer spezifischen Öffentlichkeit bezeichnet.
Die historischen Wurzeln der PR liegen im amerikanischen Sprachraum, von dem auch erste Prinzipien, Methoden und die Terminologie ausgegangen sind. E. L. Bernays war hier Schule bildend in Theorie und Praxis mit der Absicht, Einzelund Allgemeininteressen in Einklang zu bringen. Albert Oecki war es dann, der die PR griffig formulierte: „Öffentlichkeitsarbeit ist Information plus Anpassung plus Integration." PR in der Sicht der Schweizerischen Public-Relations-Gesellschaft ist das Verhalten und die Gemeinsamkeit der bewußten, geplanten und dauernden Bemühungen, in der Öffentlichkeit sowie bei direkt und indirekt betroffenen Gruppen gegenseitiges Verständnis und Vertrauen aufzubauen und zu fördern.