Ich will, daß du mich umarmst, ohne mir den Atem zu rauben
Quiero que me abraces sin asfixiarme
Ich will, daß du mir Mut machst, ohne mich zu bedrängen
Quiero que me animes sin empujarme
Ich will, daß du mich hältst, ohne mich festzuhalten
Quiero que me sostengas sin hacerte cargo mi
Ich will, daß du mich beschützt, aufrichtig
Quiero que me protejas sin mentiras
Ich will, daß du dich näherst, doch nicht als Eindringling
Quiero que te acerques sin invadirme
Ich will, daß du all das kennst, was dir an mir mißfällt
Quiero que conozcas las cosas mías que más te disgusten
Daß du es akzeptierst, versuch es nicht zu ändern
Que las aceptes y no pretendas cambiarles
Ich will, daß du weißt.....daß du heute auf mich zählen kannst...
Quiero que sepas...que hoy puedes contar conmigo...
Bedingungslos.
Sin condiciones.
Gefühle denkt man nicht, man fühlt sie.
(Jorge Bucay)
KLEINE TEXTE FÜR SELBSTÄNDIGE ARBEIT
1.Sprachbild Schere
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ nannte die „soziale Schere“ die „schnittigsten Phrase der Deutschen“ und berichtete über dem Ursprunge der „Schere“ als angstschürendem Sprachbild. Die „soziale Schere“, die nur in der deutschen Sprache existiert, sei inzwischen ein Ärgernis, da sie „munter klappert, ohne zu wirken“. Seit Jahren bemühten Politiker dieses Sprachbild, obwohl das Missverhältnis von arm und reich in anderen Ländern viel größer ist. Die Schere sei eine „Hilfsmetapher eines politisch Handlungsbeschrankten“ und das Sprachbild „keines des Mitleids, sondern eines der beobachtenden, taxierenden Außensicht.“ Seit Jahrhunderten greife man in
116
Deutschland auf das Bild der Schere zurück, um etwa Freiheit und Brüderlichkeit bzw. Verlustängste auszudrucken („Schere im Kopf“, „zerschnittenes Tischtuch“). In einem sozialen Kontext sei die Schere erstmals in der deutschen Ökonomie aufgetaucht, etwa mit dem Begriff „Kosten-Preis-Schere“ oder der „Lohnschere“ in den fünfziger Jahren, welche im Englischen Steuerkeil („tax wedge“) heißt. Staatsoberhaupt Walter Scheel, vormalige Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, nannte in seiner Rede zum Neujahrstag 1978 das Schicksal der Entwicklungsländer die „eigentliche soziale Frage unserer Zeit“ und sprach als Erster von einer „Schere zwischen Arm und Reich“. (faz.net ) (VDS – INFO-100)
2.Deutsch-Wissenstest
Das Magazin „Focus-Schule“ hat die 20 häufigsten Fragen, die der DudenSprachberatung gestellt wurden, zu einem Deutsch-Wissenstest aufbereitet. Teilnehmer konnen ihre Deutschkenntnisse testen, indem sie Fragen wie „Wie lautet der Plural von Quiz?“ beantworten. (www.focus.de )
Auch der Verein Deutsche Sprache unterhält als Gemeinschaftsprojekt mit der Stiftung Deutsche Sprache eine Sprachberatung, die für VDS-Mitglieder kostenfrei ist. Sie beantwortet Fragen zur deutschen Rechtschreibung und Grammatik, zur Wortherkunft aber vor allem Fragen nach deutschen Entsprechungen für Fremdwörter.
(vds-ev.de ) –VDS – INFO-99
3.Lesende Affen
Psychologen der Universität Marseille haben Pavianen ansatzweise das Lesen beigebracht. Zu Beginn haben die Affen einzelne Buchstaben gelernt, im nächsten
Schritt wurden ihnen Silben zusammengesetzt aus zwei Buchstaben gezeigt, danach
Wörter mit vier Buchstaben. Die Affen konnten nach wenigen Tagen fehlerhaft geschriebene Wörter von korrekten unterscheiden, sogar ihnen unbekannte. Studienleiter Jonathan Grainger erklärte:„Sie erkennen und behalten wiederkehrende Muster, nach denen Wörter aufgebaut sind“. Paviane bemerkten also instinktiv, ob eine Buchstabenkombination richtig aussieht oder nicht. Die Wissenschaftler folgerten, dass auch Menschen Wörter auf der Basis von Mustern erkennen. Bisher glaubten Sprachwissenschaftler, dass Menschen beim Lesen einzelne Buchstaben erfassen und zu Wörtern verknüpfen. Die Fähigkeit, Wörter anhand der Form auf den ersten Blick zu erkennen, halten Forscher für angeboren. Grainger erklärte: „Sehr wahrscheinlich liegt hier der Ursprung der Sprache in der menschlichen Evolution“. (www.bzberlin.de , www.gehirn-und-geist.de ) - VDS – INFO-98
4.Kiezdeutsch doch kein Dialekt?
In einem Gespräch mit der „Rheinischen Post“ erklärte der Sprachwissenschaftler Helmut Gluck, dass „Kiezdeutsch“ eine aktuelle Jugendsprechweise mit türkischen und arabischen Einflüssen sei. Die These der Linguistin Heike Wiese, Kiezdeutsch sei ein neuer Dialekt, bezeichnete Gluck als „einigermaßen skandalös“ gegenüber der Funktion einer Hochsprache. Gluck definierter Dialekt als „eine Re-
117
deweise, die für eine bestimmte Region charakteristisch ist und zudem eine historische Tiefe hat.“ Wiese versuche mit ihrer Einordnung des Kiezdeutschen am Prestige des Dialekts zu partizipieren und schlechtes Deutsch salonfähig zu machen. Laut Wiese seien grammatische Regelverstoße im Kiezdeutschen gezielt und regelhaft, was zeige, dass die Sprecher die deutsche Sprache beherrschen wurden. Gluck setzt dem entgegen, dass die Verwechslungen von Präpositionen und beim grammatischen Geschlecht auf die andere Struktur der etwa türkischen Sprache, die kein grammatisches Geschlecht habe, zurückgingen. (www.rp-online.de) (VDS - – INFO-98)
5.Fußballmetaphern in der Politik
Armin Burckhardt, Sprachwissenschaftler und Vorsitzender der Gesellschaft für deutsche Sprache, sagte in einem Vortrag, dass Politiker zunehmend Metaphern aus der Fußballsprache verwenden wurden. Politiker wurden sich auf diese Weise „beim Volk anbiedern“, weil sie glaubten, diese Sprache werde von den Menschen besonders gut verstanden. Burckhardt warnte davor, solche sprachlichen Bilder häufig zu verwenden. Das banalisiere und verharmlose die Politik – und die sei schließlich „mehr als Unterhaltung“. (www.dradio.de ) (VDS - – INFO-98)
6.Sprachschutz in Frankreich
Der „Tagesspiegel“ berichtete über den Sprachschutz in Frankreich. Seit 1635 kümmert sich die Akademie Francaise mit dem Premierminister als Präsidenten als „Oberster Rat der franzosischen Sprache“ um franzosische Wörter und Begriffe für Fremdwörter und Neologismen. So heißen Fertiggerichte in Frankreich „pret-a- manger“ und ein Rechner ist ein „ordinateur“. In staatlichen Institutionen sind die Ersatzwörter Pflicht, die „lingua franca“ sei heute aber das Englische. „Für 200 Jahre war das Franzosische internationale Verkehrssprache“, sagte Jürgen Trabant, Professor für europäische Mehrsprachigkeit an der Jacobs Universität Bremen. Der internationale Abstieg der franzosischen Sprache, die laut Trabant erst 1940 alle Franzosen endgültig beherrschten, habe mit dem Versailler Vertrag von 1919 begonnen. Anstoß für die heutige Sprachgesetzgebung, die das Englische aus dem öffentlichen Raum, der Werbung und Sprache bannt und Franzosisch als Wissenschaftssprache erhalten will, gab die Streitschrift „Parlez-vous franglais?“ des Sorbonne-Professors Rene Etiemble aus dem Jahre 1964. Etiemble kritisierte darin die Vermischung des Franzosischen mit dem Englischen. (www.tagesspiegel.de ) ( VDS - – INFO-98)
7.Sprache in Dokumentation über moderne Arbeitswelt
In Rezensionen von Carmen Losmanns Dokumentarfilm „Work Hard – Play Hard“ (übersetzt etwa: hart arbeiten – heftig feiern, „Brot und Spiele“) tauchen Befremden und Kritik an der Sprache von Unternehmensberatern und Managern auf. Sie ist geprägt von Denglisch: „Das Change-Management-Programm ... wir haben diesen Change vollzogen ... die Change-Story zu unterstutzen“ und weist eine „erschreckende Rhetorik“ auf: „dafür zu sorgen, dass das auch was Bleibendes ist. Dass wir diesen kulturellen Wandel wirklich nachhaltig in die DNA jedes einzelnen Mitarbeiters bei
118
uns entsprechend zu verpflanzen.“ Die moderne Arbeitswelt wirke dadurch völlig entmenschlicht und beängstigend. (www.dradio.de , www.badische-zeitung.de ) ( VDS - – INFO-98)
8. Plattdeutsch in der Grundschule
„Die Zeit“ besuchte den Plattdeutschunterricht in einer Hamburger Grundschule. Die Kinder sollen nicht nur die Sprache lernen, sondern auch ein Bewusstsein für die sprachlichen Traditionen ihrer Heimat entwickeln. Anknüpfungspunkte in Hamburg seien etwa der Name des berühmtesten Parks „Planten un Blomen“ und Straßennamen wie „Schoolmesterkamp“ (Schulmeisterfeld) oder „Kattensteert“ (Katzenschwanz).
Hamburg hat als erstes Bundesland Niederdeutsch als eigenständiges Fach im
Lehrplan verankert. Zurzeit läuft der Unterricht als Pilotprojekt. Wenn das Projekt gut läuft, sollen weitere Schulen folgen und Niederdeutsch konnte dann sogar Abiturfach werden. 1999 erhielt Niederdeutsch in der Europäischen Sprachen-Charta den
Status der Regionalsprache, die als Kulturerbe geschützt und gefordert werden soll. Deutschland verpflichtet sich in der Charta, neben Friesisch, Sorbisch, Dänisch und
Romanes als Minderheitensprachen auch Niederdeutsch zu fordern und in den Schulen zu unterrichten. Warum Platt als Sprache und nicht als Dialekt zahle, wurden Experten damit begründen, dass Platt selten mit Hochdeutsch vermischt werde und au-
ßerdem eine lange Tradition als Handelssprache zur Zeit der Hanse besäße. Das niederdeutsche Sprachgebiet umfasst Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg.
Für den Plattdeutschunterricht mangelt es allerdings an Material und Lehrern. Für
Abhilfe sorgt der Verein Plattolio, der auf seiner plattdeutschen Internetseite Texte,
Hörbeispiele und Unterrichtsvorschlage anbietet. Um den Lehrermangel auszugleichen unterstutzen ehrenamtliche Sprachpaten, die „Plattsnackers“, das Projekt. In Hamburg genieße Niederdeutsch zwar ein hohes Ansehen, durch Szenejargons, Ge- schäfts-Denglisch und Dutzende von Migrantensprachen befinde sich Platt schon seit Langem auf dem Ruckzug. Gerade einmal zehn Prozent der Hamburger konnten es nach eigenen Angaben noch gut sprechen. (www.zeit.de ), (VDS - – INFO-97)
9. Die zehn häufigsten Sprachen
Die „Wirtschaftswoche“ hat eine Rangliste der weltweit zehn meist gesprochenen Sprachen veröffentlicht. Deutsch rangiert mit 105 Millionen Muttersprachlern auf Platz zehn. Insgesamt 185 Millionen Menschen beherrschen die deutsche Sprache. Außer in Deutschland sprechen Menschen im Elsass, in Liechtenstein, Lothringen, Luxemburg, Teilen Namibias, Osterreich, Ostbelgien, in der Schweiz und Südtirol Deutsch. Die meisten Sprecher hat das Englische mit 1,6 Milliarden Sprechern, wovon aber nur 375 Millionen Englisch als Muttersprache gelernt haben. Platz zwei belegt Chinesisch (1,1 Milliarden) und Platz drei das hauptsachlich in Zentralund
Nordindien gesprochene Hindi (650 Millionen). Aus dem Hindi entlehnte Wörter im
Deutschen sind Punsch und Bungalow. Spanisch belegt Platz vier, danach folgen
119
Franzosisch, Arabisch, Russisch, Portugiesisch und Bengali. (www.wiwo.de ) ( VDS - – INFO-97)
10.Sprachgebrauch
Die „Tiroler Tageszeitung“ stellt ein Studienergebnis vor, nach dem Fehler in Deutsch-Maturaarbeiten (Matura=Abitur in Osterreich) zugenommen haben, Vor allem die korrekte Verwendung von Satzzeichen bereite Schülern mehr Probleme als früher. Außerdem sei ein starker Ruckgang von Lehnwörtern mit lateinischgriechischen Wurzeln und die Zunahme von Anglizismen besonders auffällig. „Dies deutet auf ein Zurücktreten der Bildungssprache als stilistischer Orientierungspunkt für das Deutsche hin; diese Rolle wird zunehmend von der Umgangssprache erfüllt“, interpretiert die Studie. Dieser Eindruck werde dadurch verstärkt, dass Redewendungen und feste Fugungen abnehmen und, wenn sie doch vorkommen, fehlerhaft verwendet werden – etwa „es liegt jedem frei“, „nichts als die Wahrheit nennen“ oder „die Möglichkeit besitzen“(www.tt.com ) (VDS - – INFO-96).
11.Denglisch
Im ostfriesischen Aurich wirbt der Edeka-Markt mit denglischen Bezeichnungen wie „Late-Night-Shopping“, „Styling“, „Drinking“, „Spinning“, „Racing“, „Playing“ und „Entertainment“. Die „Ostfriesenzeitung“ erklärt: „Übersetzt heißt das: Die Besucher konnen sich die Haare machen lassen, trinken, auf dem Fahrrad strampeln, mit dem Einkaufswagen durch den Supermarkt rasen, Computerspiele testen und sich von einer Musikgruppe unterhalten lassen.“ Die „Ostfriesenzeitung“ fragte nach dem Grund für die englische Werbung. „Wir standen unter Zeitdruck“, sagte Edeka-Marktleiter Ferdi Schulte. Man habe passend zum Wort „Shopping“ Wörter gesucht, die auf die Silbe „ing“ enden und sei so auf „Styling“, „Drinking“, „Spinning“, „Racing“ und „Playing“ gekommen. Besonders gut sei die Idee nicht gewesen, bekannte Schulte und versprach: „Die nächsten Plakate werden wieder auf
Plattdeutsch sein.“ (www.oz-online.de )
In Senftenberg (Brandenburg) häufen sich Anglizismen im Stadtbild. Vor allem Senioren konnten die denglischen Wörter nicht verstehen. „Dass mit dem englischen ‚sale’ verkaufen oder mit ‚open’ geöffnet gemeint ist, musste ich mir von den Händlern erst erklären lassen“, berichtete Renate Hensel, eine 71-Jahrige ehemalige Deutschlehrerin. Grund für das Unverständnis sei, dass die englische Sprache im
DDR-Alltag wenig präsent gewesen sei, sagte Gudrun Kölling, Fachbereichsleiterin an der Kreisvolkshochschule (KVHS) Senftenberg. „Zwar konnte damals Englisch als Wahlpflichtfach in der siebenten Klasse hinzugewählt werden, aber das tat der geringere Anteil der Schuler“. Der Sprachrettungsklub Oberlausitz bemüht sich darum, in Senftenberg deutsche Entsprechungen anstelle von Anglizismen zu verwenden. (www.lr-online.de ) (VDS - – INFO-95)
12.Martin Walsers 85. Geburtstag
Zu Martin Walsers 85. Geburtstag am 24. März sendete „3sat“ eine Dokumen-
120