buch. Die Lexikographie als Theorie der Wörterbucharbeit entwickelte sich vor allem mit der Erarbeitung von Wörterbüchern verschiedener Typen; denn damit entfaltete sich auch die Diskussion um Methoden der Wortschatzdarstellung.
Im deutschsprachigen Bereich geschah das seit der Frühaufklärung. Leibniz entwarf z.B. ein Programm für ein Wörterbuch der deutschen Sprache, das auch Fachund Mundartwörter enthalten sollte. Im 17. Jahrhundert ging die Diskussion vor allem um Stammwörterbücher, im frühen 18. Jahrhundert um das Gesamtwörterbuch, während im 18. Jahrhundert das Literaturwörterbuch den Bedürfnissen des deutschen Bürgertums zu entsprechen schien.
Seit dem 19. Jahrhundert entwickelt sich der Typenreichtum der Wörterbücher und mit ihm die Theorie der Lexikographie. Sie umfasst wohl als wichtigste Untersuchungsgegenstände: Grundfragen der lexikographischen Spracherforschung, Ermittlung des gesellschaftlichen Bedarfs an Wörterbüchern, Typologisieren von Wörterbüchern, Prinzipien der Anfertigung lexikographischer Texte.
Arten von Wörterbüchern. Die Typologisieren von Wörterbüchern ist Gegenstand der Lexikographie. Diese Wissenschaft legte viele Vorschläge zur Klassifizierung der Wörterbücher vor. Hier soll auf einige Typen von Wörterbüchern hingewiesen werden, die für die lexikologische Arbeit besonders wichtig sind. Man unterscheidet linguistische von Sachwörterbüchern und betrachtet im Weiteren nur solche, deren Gegenstand sprachliche Gegebenheiten sind. Die Lexikologie kontrolliert allerdings auch seine Ergebnisse mit Hilfe von Sachwörterbüchern, wie dem Wörterbuch der Psychologie, der Philosophie oder der Naturwissenschaften.
Linguistische Wörterbücher können ein-, zweioder mehrsprachig sein. Einsprachige Wörterbücher stellen den Wortschatz einer Sprache dar und können ihn mit der gleichen Sprache erklären. Die Lexikologie schafft auch für mehrsprachige Wörterbücher die Voraussetzungen, indem sie Wortbedeutungen und Gebrauchseigenschaften der Wörter untersucht; denn mehrsprachige Wörterbücher sind als Bedeutungswörterbücher konzipiert und verlangen onomasiologische und semasiologische Vorarbeiten [35-38, 41].
Historische Wörterbücher und Bedeutungswörterbücher. Die umfassenden
Wörterbücher der deutschen Sprache haben Eintragungen zur Geschichte, zur Bedeutung, zu Gebrauchsweisen des Wortes, z.B. das “Deutsche Wörterbuch” von Jacob Grimm. Tisch, ahd tisc, früh entlehnt aus griech.-lat. discus, bezeichnet urspr. nur die Tischplatte, die früher erst unmittelbar vor dem Gebrauch auf ein Gestell gelegt zu werden pflegte, vgl. Tafel. Man denkt bei T. vorzugsweise an den Esstisch, vgl. zu Tische sitzen, sich setzen, gehen, kommen, laden, bei Tische sein
usw. [35-38, 41].
Etymologische Wörterbücher verzeichnen Herkunft, Geschichte und Verwandtschaft des Wortes, z.B. DUDEN, Etymologie, Herkunftswörterbuch der deutschen Sprache. Herbst mhd herb(e)st, ahd herbist, asachs, hervist. Tisch mhd. Tisch -
‘Speisetafel, Krämerisch’, ahd tisc.
Wörterbücher der deutschen Gegenwartssprache. Uns stehen als alphabetisch geordnete Wörterbücher der deutschen Gegenwartssprache solche umfassenden Ar-
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beiten zur Verfügung, die die Bedeutung erklären, Angaben zur grammatischen und stilistischen Charakteristik machen, z.B. das “Wörterbuch der deutschen Gegenwartsprache” von Klappenbach und Steinitz [35-38, 41].
Fragen zur Selbstkontrolle
1.Was ist der Gegenstand der Lexikographie?
2.Nennen Sie die Arten von Wörterbüchern.
3.Wozu braucht man linguistische Wörterbücher?
4.Worin besteht die Funktion historischer Wörterbücher?
5.Beschreiben Sie die funktionale Bedeutung etymologischer Wörterbücher?
6.Welche Wörterbüchertypen sind Ihnen bekannt?
7.Was zeichnet zweisprachige Wörterbücher aus?
Fachliteratur:
1.Deutsche Wörterbücher - Brennpunkt von Sprachund Kulturgeschichte (Gruyter - de
Gruyter Studienbücher) (de Gruyter...von Ulrike Haß-Zumkehr von Gruyter (5. April 2001).
2.Historische Lexikographie (Studia Linguistica Germanica): Ideen, Verwirklichungen, Reflexionen an Beispielen des...von Oskar Reichmann von De Gruyter (30. April 2012).
3.Iskos A. Lenkowa A. Deutsche Lexikologie.- L. 1970.
4.Langenscheidt Lilliput Wörterbücher, Dialektbände, Sächsisch von Eva-Maria Bendixen von Langenscheidt, Mchn. (2008).
5.Lexikologie und Lexikographie. Eine Einführung am Beispiel deutscher Wörterbücher von Michael Schlaefer von Schmidt (Erich), Berlin (16. August 2002).
6.Lexikologie und Lexikographie: Eine Einführung am Beispiel deutscher Wörterbücher von Michael Schlaefer von Schmidt (Erich), Berlin (21. November 2008).
7.Perspektiven der pädagogischen Lexikographie des Deutschen: BD 2 von Herbert E.
Wiegand von Niemeyer, Tübingen (1. Januar 2002).
8.Schippan Thea. Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache.- Leipzig, 1984.
9.Stepanowa M.D. Tschernyschewa I.I. Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache.- M.: 2005. – 256 c.
10.Untersuchungen zur kommerziellen Lexikographie der deutschen Gegenwartssprache: Band 2 (Lexicographica. Series... von Herbert Ernst Wiegand von Niemeyer, Tübingen (1. Dezember 2005).
TEIL II
PRAKTISCHER TEIL (Fachseminare und Übungen)
FACHSEMINARE
Seminar 1
Thema: Die Entlehnungen
1.Was versteht man unter dem Terminus “Entlehnung“.
2.Die sozialen und linguistischen Ursachen der Entlehnungen.
3.Wege der Übernahme des fremden Wortguts.
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4.Arten der Entlehnungen.
Sach-und Wortentlehnungen.
Wortentlehnungen.
5.Die Klassifikation des entlehnten Wortgutes.
Fremdwörter
Internationalismen.
Lehnprägungen.
6.Entlehnungen aus verschiedenen Sprachen in verschiedenen Zeitperioden.
Seminar 2
Thema: Sozial-berufliche Differenzierung des Wortschatzes
1.Ursachen der sozial-beruflichen Differenzierung des Wortschatzes einer Sprache
2.Sonderlexik
Begriffsbestimmung
Das Problem der Klassifikation der Sonderlexik
3.Fachwortschätze
Termini
Berufslexik (Professionalismen, Fachjargonismen)
4.Gruppenspezifische Wortschätze
Begriffsbestimmung
Klassifikation der gruppenspezifischen Wortschätze
Die Sprechweise der Jugendlichen
5.Wechselbeziehungen zwischen dem Allgemeinwortschatz und der Sonderlexik
Seminar 3
Thema: Grundbegriffe der Wortbildung
1.Grundbegriffe der synchronen Wortbildung
Wortbildung
Wortmotivation, ihre Arten
Morphem, seine Arten
Wortstamm, Wortnest
Paradigma
2.Methoden der Wortbildungsanalyse
Morphemanalyse
Analyse nach unmittelbaren Konstituenten
Transformationsanalyse
3.Modellierung in der Wortbildung
Die Grundbildungsmodelle
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Seminar 4
Thema: Das phraseologische System der deutschen Sprache
1.Klassifikationsversuche der Phraseologismen
2.Strukturell-semantische Klassifikation der Phraseologismen von I.I. Tschernyscheva
3.Phraseologismen
Merkmale der Phraseologismen
Phraseologische Einheiten (Idiome, Zwillingsformeln, komparative Phraseologismen)
Phraseologische Verbindungen
Festgeprägte Sätze (Sprichwörter, Schlagsätze, Geflügelte Wörter)
4.Feste Wortkomplexe nicht phraseologischen Typs
Phraseologisierte Verbindungen
Modellierte Bildungen
Lexikalische Einheiten
Seminar 5
Thema: Bedeutungswandel
1.Was versteht man unter dem Terminus „Bedeutungswandel“?
2.Heben Sie einige extraund intralinguistische Ursachen des Bedeutungswandels hervor?
3.Welche Arten des Bedeutungswandels gibt es?
Bedeutungsverengung
Bedeutungserweiterung
Bedeutungsund Bezeichnungsübertragung
4.Charakterisieren Sie die Arten der Bezeichnungsübertragung!
Metapher. Ihre Abarten
Metonymie. Ihre Abarten
5.Was ist ein Euphemismus?
Die Kontrollarbeit «Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache»
1. Nennen Sie die Ursachen der Sprechweise der Jugendlichen und ihre Merkmale. Übersetzen Sie ins Russische:
affenstarker Typ, wie ein Kaputter, eine Dicke, einen Aufriss machen
Führen Sie Ihre eigenen Beispiele bezüglich der jugendlichen Sprechweise an.
2. Wann und aus welcher Sprache wurden die unten angegeben Wörter entlehnt:
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Pomade, Scheck, Solo, Kirche, Billard, Kongress, Arie, Engel, Ballett, Pony, Oper, Teufel, Quark, Gurke, Kristall, Ventilator.
Führen Sie Ihre Beispiele mit Entlehnungen im Deutschen an.
3. Bestimmen Sie die Art der Entlehnungen:
der Kimono, die Brigade, die Pferdekraft, der Designer, die Wandzeitung, der Akademiker.
Stellen Sie ein ausführliches Schema des entlehnten Wortgutes in der deutschen
Sprache zusammen. Nennen Sie die Wege und Ursachen der Entlehnungen.
4.Stellen Sie schematisch die Klassifikation der FWK von Tschernyscheva I.I. aufgrund der Beispiele dar. Nennen Sie die Merkmale der Phraseologismen.
5.Ersetzen Sie die umgangssprachlichen Wendungen und Redensarten durch die entsprechenden Synonyme:
Als ich sie traf, war es Liebe auf den ersten Blick. Ich war gleich Feuer und
Flamme. Natürlich zeigte sie mir zuerst kalte Schulter. Aber ich sagte mir, da musst du am Ball bleiben. Dass ich mich so richtig verknallen konnte, kam ja nur alle Jubeljahre mal vor. Und jetzt war ich ganz aus dem Häuschen vor Glück, wenn ich sie nur ab und zu mal sah. Einmal lief sie mir direkt in die Arme, als ich einkaufen war und an der Kasse Schlange stand. Da wollte ich aufs Ganze gehen. Ich fasste mir ein Herz und lud sie gleich auf ein Glas ein. Wir trafen uns von da ab öfter. Sie merkte natürlich, dass ich ihr den Hof machte. Hin und wieder brachte ich Blumen mit, dann und wann auch mal Pralinen oder so was, gelegentlich auch mal eine Schallplatte. Mein
Freund zog mich wieder durch den Kakao, weil ich bis über beide Ohren verknallt war. Er meinte auch, ich sollte aufpassen, dass ich in dieser Beziehung den kürzeren ziehe. Er habe sie mit einem anderen gesehen. Ich sähe das zu sehr durch rosarote Brille. Aber ich hab’ das alles in den Wind geschlagen. Ich verabredete mich mit ihr hier und da mal in die Kneipe oder in die Disco. Einmal ließ sie mich warten, und ich stand mir die Beine in den Bauch. Schließlich ging ich allein rein und dachte, die kann mich mal, und goss mir eine hinter die Binde. Am nächsten Morgen hatte ich einen unheimlichen Kater. Ich war natürlich noch wahnsinnig verknallt und verabredete mich dann doch wieder, merkte aber schließlich, dass sie mich an der Nase rumführte und häufig Ausreden hatte. Da wurde ich furchtbar sauer. Endlich versuchte ich auf eigene Faust herauszufinden, was der Grund war. Von Zeit zu Zeit traf ich meinen Freund, und der sagte mir, er hätte Wind von der Sache bekommen. Ich stellte sie zu Rede, warum sie die verabredete Bergtour nicht mitmachen wollte. Sie meinte, ich sei irrsinnig, eifersüchtig, und das alles an den Haaren herangezogen. Ich sollte nicht so ein Theater machen, und ob ich vielleicht einen Streit vom Zaun brechen wollte. Anfangs spielte ich doch die beleidigte Leberwurst. Aber ich konnte ihr
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