Материал: Лексикология современного немецкого языка. учеб. пособие для аспирантов и студентов ПСПК. Фомина З.Е., Чечетка В.И

Внимание! Если размещение файла нарушает Ваши авторские права, то обязательно сообщите нам

lienisches Wortgut von vielen Völkern auf dem Gebiet des Handels und des Bankwesens entlehnt (Bank, Konto, Netto).

3. Klassen und schichtenspezifische Übernahme fremden Wortgutes kann auch Ausdruck des Klassendunkels und des Bestnebens sein, sich vom Volk sprachlich abzuheben. Dieser Grund erklärt auch “Wollen” französischer Entlehnungen durch die feudalen Klassen im 16. und 17. Jh.

Die Übernahme bestimmter Attribute bürgerlichen Lebenstills führte im 19. und 20. Jh. auch zur Entlehnung englischen Wortgutes, vor allem aus Bereichen des

Sports, der Kleidung. “Englisch wurde Mode” [35-38, 41].

Wege der Übernahme. Hauptweg der Übernahme in germanischer Zeit war direkter Kontakt zwischen den Sprachträgern. Man unterscheidet direkte und indirekte Entlehnungen. Direkte Entlehnung erfolgt auf dem Weg der Sachentlehnung, der literarischen und kontaktiven Übernahme. Von der indirekter Entlehnung wird gesprochen, wenn ein Wort über ein anderes Land vermittelt wurde, z.B. eng. Meeting und Festival, die über das Russische in ukrainische Sprache gelangt sind.

Internationalismen. Man versteht unter “Internationalismen” solche Wörter, die international gebräuchlich sind, sich in der morphematischen und orthographischen Struktur den aufnehmenden Sprachen anpassen und in mehreren Sprachen in gleicher Bedeutung üblich sind.

Sie können aus einer nationalen Sprache stammen und erst im Laufe der Sprachgeschichte international üblich geworden sein. z.B. Bourgeosie, Alkohol (arab.), Soldat (ital.) das Theater, eng. theatre, frans. theatre, russ. театр.

Internationalismen erfüllen in den meisten Sprachen terminologische Funktion. Allein die Terminologie der Linguistik zeigt großen Teil der Internationalismen: Syntax, Morphologie, Semantik, Verb, Substantiv.

Purismus. Unter Purismus versteht man eine Bewegung zur Sprachvereinigung oder Fremdwortbekämpfung. Es gibt 2 Etappe der puristischen Bewegung: progressiver Purismus des 17. und 18. Jhs und reaktionäre Purismus des 19. und 20. Jhs. Der Purismus des 17. und 18. Jhs war Ausdruck des Kampfes um die Stärkung deutschen Nationalsprache. Im Laufe des 17. Jhs wurden zahlreiche Sprachgesellschaften gebildet. Unter den Puristen des 17. Jhs zeichnet sich die sprachliche Tätigkeit Zesens und Schottels. Der Purismus des 19. und 20. Jhs war reaktionär. Eine besonders große

Rolle kam in der Puristischen Bewegung dieser Periode dem “Allgemeinen Deutschen Sprachverein” zu, der 1885 gegründet wurde und sich in der Fremdwortbekämpfung besonders ereiferte. Bei der Verdeutschung ging man vom nationalistischen Grundsatz aus, es gab keine unentbezeichneten Fremdwörter: “Jedes Fremdwort ist entbehrlich” hieß es bei dem führenden Puristen des “Allgemeinen Deutschen

Sprachvereins.” Eduard Engel: “Kein Fremdwort für das, was ebenso gut deutsch gesagt werden kann, deutsch aber kann, deutsch soll alles gesagt werden” [35-38, 41].

Statt entsprechender Fremdwörter werden Verdeutschungen amtlich eingeführt. Dutzende fremde Termini wurden durch deutsche Wörter ersetzt:

Fahrkarte statt Billet, Bahnsteig statt Perron, Schaffner statt Konduktor, Fahrgast statt Passagier, Fernsprecher statt Telefon usw.

21

Auf solche Weise erschienen im Deutschen viele synonymische Reihen, die eine Besonderheit des deutschen lexikalisch-semantischen Systems bildet.

Die Klassifikation der Entlehnungen. Es gibt verschiedene Klassifikationen des entlehnten Wortgutes. In erster Linie ist hier die traditionelle Klassifikation zu nennen. Danach wird das entlehnte Wortgut in zwei Gruppen eingeteilt: Lehnwörter und Fremdwörter.

Zu den Lehnwörtern rechnet man Entlehnungen, die im Deutschen völlig assimiliert sind. Das sind Entlehnungen aus Lateinischen z.B. Mauer, Ziegel, Fenster, Straße u.a. [35-38, 41].

Die Fremdwörter sind entsprechend dieser Klassifikation Entlehnungen, die von ihrer fremden Lautung, Betonung, Flexion und Schreibung anders sind: Journal [jurna:l], Valuta, Chiffre u.a.

L.R. Sinder und T.V. Strojeva klassifizieren das deutsche Wortgut der Gegenwartsprache in drei Gruppen:

1.deutsche Wörter;

2.Internationalismen;

3.Fremdwörter.

Die erste Gruppe umfasst die deutschen Stammwörter und Lehnwörter, die im Wortbestand völlig assimiliert sind und sich nur durch ihre Herkunft unterscheiden:

Mauer, Ziegel, Fenster, Straße u.a. [35-38, 41]

Die zweite Gruppe bilden die Wörter, die sich in vielen Sprachen der Welt finden, überwiegend Fachausdrücke verschiedener Wissenszweige, z.B. Atom, Demokratie, Klasse, Material [35-38, 41].

Die dritte Gruppe umfasst Entlehnungen, die ihre fremde Lautung beibehalten und parallel zu deutschen Synonyme bestehen: Gentlemen, Ticket, Job u.a.

Anglizismen im Deutschen

(Quelle: http://lars-thielemann.de/heidi/hausarbeiten/Anglizismen2.htm)

Fremdwort, Lehnwort, Anglizismus. Hört man den Begriff „Anglizismus“, denkt man in erster Linie an „Fremdwort“. Als Angehöriger einer Sprachgemeinschaft ist man an bestimmte Struktur (Morphologie und Syntax) und Aussprache (Phonologie)

22

seiner Muttersprache (Nationalsprache) gewöhnt. Wörter der eigenen Sprache vermitteln

Eindruck der Durchsichtigkeit und Vertrautheit. Begegnet dem Sprachbenutzer ein Wort nicht zur Struktur seiner Gewohnheitssprache passt, so ist ihm dieses Wort nicht vertraut – es ist ihm fremd, dass Fremdwörtern aufgrund dieser Tatsache häufig Mißtrauen entgegen gebracht wird, liegt also an der Unmotiviertheit ihrer morphologischen und semantischen Struktur (Saussure). Im Verlauf dieser Arbeit soll herausgestellt werden, inwieweit dieser Sachverhalt auf den Anglizismus in der deutschen Sprache

zutrifft (Quelle: http://lars-thielemann.de/heidi/hausarbeiten/Anglizismen2.htm).

Bei einem Anglizismus handelt es sich um ein Wort, das aus der englischen Sprache, in den Wortschatz einer anderen eingegangen ist, Anglizismen sind Entlehnungen aus allen Varietäten des Englischen (z.B. American-English (AE), BritishEnglish (BE), Black-English und Jamaican-Englisch) In dieser Arbeit soll nicht zwischen den Varietäten des Englischen unterschieden. Die zwei in Kontakt tretenden Sprachen werden mit „Gebersprache und „Nehmersprache“ bezeichnet.

Der Ausdruck „Entlehnung“ kommt aus der Ethymologie, ein Teilbereich der Sprachwissenschaft, der sich mit der Geschichte von Wörtern einer Sprache beschäftigt. E. Seebold beschreibt anlehnend an Werner Betz verschiedene Formen der Entlehnungen. Die Gesamtheit aller Entlehnungen wird als Lehngut bezeichnet. Der Gegensatz dazu ist das Erbgut, welches den Grundwortschatz einer Sprache umfasst, dessen Wörter in Lautgestalt und Struktur der eigenen Sprache also dem spracheigenem Wortschatz zugehörig sind. Beim Lehngut wird unterschieden zwischen äußeres

(= leicht erkennbares) Lehngut und inneres (= dem Sprecher meist verborgenes)

Lehngut. Äußeres Lehngut enthält lexikalische Einheiten, die fremdes

Morphemmaterial enthalten (z.B. Mystik, Rhythmus). Inneres Lehngut umfasst lexikalische Einheiten, die Morphemmaterial enthalten, das der eigenen Sprache zugehörig ist (z.B. Fenster, Ziegel).

Seebold unterscheidet beim Lehngut Lehnwort und Lehnprägung. Bei Lehnwörtern wird unterschieden zwischen Fremdwort und Beutewort. Fremdwörter sind Wörter oder Wendungen einer Gebersprache bzw eine peripheren Wortschatzes, die sich in Lautgestalt und Struktur an der aufnehmenden Sprache unterscheiden Beutewörter sind Entlehnungen, die von vornherein morphologisch und syntaktisch zur Nehmersprache passten oder ihr nachträglich angepaßt worden sind.

Zur Lehnprägung zählen die Lehnbildung und die Lehnbedeutung. Eine Lehnbildung bedeutet die Bildung eines neuen Wortes unter dem Einfluss eines fremden z.B. Vorbildes. Hierbei gibt es folgende Möglichkeiten: 1.Lehnübersetzung und 2.Lehnübertragung. Lehnübersetzungen (Übersetzung von engl. Komposita und Wendungen) sind Wörter, bei denen ein gegliedertes fremdes Wort Stück um Stück übersetzt wird, z.B. Wolkenkratzer (skyscraper), Außenseiter (outsider), Halbzeit (half-time). Lehnübertragungen (Teilübersetzung von engl. Komposita und Wendungen) sind Wörter, bei denen nur ein Teil des neuen Wortes eine Entsprechung in seinem Vorbild hat, z.B. Schlafstadt (dormitory town), Urknall (big bang), Unterhaltungsgeschäft (show business). Bei der Lehnbedeutung entlehnt ein bereits bestehen-

23

des Wort in der Nehmersprache von einem gleichbedeutenden Wort der fremden

Sprache eine zusätzliche Bedeutung, z.B. Allergie, Szene, Generation, Bank, Gras

Übersicht: Hierarchie des lexikalischen Lehngutes (nach Seebold)

Haugen, der den Entlehnungsprozess als dynamischen Vorgang versteht und sich vom oben beschriebenen Entlehnungsbegriff entfernt unterscheidet drei Arten der Entlehnung:

1.vollständige Übernahme fremdsprachiger Morpheme., z.B. Establishment,

2.partielle Übernahme bei gleichzeitiger Substitution eigensprachlicher Morpheme, z.B. Boomgefühl,

3.Nullübernahme mit vollkommener Substitution, z.B. Papier im Sinne von

Bericht.

Fremdwörter und Anglizismen in der Geschichte der deutschen Sprache. Die deutsche Sprache ist im Laufe der geschichtlichen Entwicklung bis heute dem wechselseitigen Einfluss verschiedener Kulturen und Modeerscheinungen somit also verschiedener Sprachen ausgesetzt. Man spricht auch von „Entlehnungsepochen“, die eine Sprache durchmacht. Den mächtigsten und bis heute anhaltenden Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Sprache hatte das Lateinische und Griechische, als gemeinsame Basis aller europäischen Sprachen. Im MA ist Latein die

Wisseschaftsprache. Im Humanismus bewirkt das Bildungsbestreben der Menschen, dass eine Masse von wissenschaftlichen (lat./griech.) Ausdrücken in die deutsche

Gemeinsprache übergeht. Im 17. und 18. Jh. hat die „Modeerscheinung“ des Französischen einen nachhaltigen Einfluss auf die deutsche Sprache. Im 19. Jahrhundert wurde das Französische allmählich vom Englischen abgelöst. Nach 1945 überwiegt der Einfluss des „American-English“.

Die nationale Sprachgeschichtsschreibung hat diese Entlehnungsvorgänge bisher fast ausschließlich als einzelsprachliche Ereignisse beschrieben. Im Hinblick auf

24

die Anglisierung und Amerikanisierung der Gegenwartssprache kann jedoch von einer europäischen Sprachbewegung gesprochen werden. So sieht Wandruzka die Einzelsprachen als Polysysteme, als ein Konglomerat von Sprachen an. Neben die einsprachliche Vollkommenheit setzt er die mehrsprachige Unvollkommenheit und die unvollkommene Mehrsprachigkeit. Von diesem Standpunkt aus ist die im Laufe der Geschichte weitverbreitete Kritik an Fremdwörtern aus heutiger Sicht nicht mehr nachvollziehbar.

In der Vergangenheit gab es in Deutschland immer wieder Diskussionen um die Vielzahl von Fremdwörtern in der deutschen Sprache, die nach Ansicht vieler

Sprachpuristen und „Sprachverwalter“ die deutsche Sprache „verunreinigen“ und „gefährden“. Schon um 1900 wurde klar, dass Englisch die Sprache der Zukunft sein würde, zum Leidwesen deutschnationaler Kräfte. Heute warnen nur noch vereinzelte Stimmen vor einer Fremdwortüberflutung, z.B. der „Verein zur Wahrung der deutschen Sprache“, „Verein Deutsche Sprache“ In den modernen Stilkunden (z.B. bei Ludwig Reiners) findet man verschiedene Einwände wie die folgenden gegen den Gebrauch von Fremdwörtern:

1.Fremdwörter gefährden die Genauigkeit des Denkens (verschwommene Wortbedeutung).

2.Edle Stilschichten werden durch Fremdwörter entstellt.

3.Fremdwörter dienen nur der primitivsten Verständigung.

4.Fremdwörter errichten Sprachbarrieren (Schwierigkeiten in der Kommunikation). Internationalismen. Gegen Ende des 20. Jh. richten sich viele Fragen auf über-

nationale Probleme und Aufgabenbereiche, die Kritik an Fremdwörtern sollte massiv in Frage gestellt werden. Die einzelsprachliche Betrachtung von Anglizismen sollte daher heute im Zusammenhang mit der zunehmenden Internationalisierung unserer

Wortschätze angesehen werden. Heute sind sich viele Linguisten (z.B. Peter Braun) darüber einig, daß viele europäische Länder einen gleichen lexikalischen Lehnwortbestand besitzen, der aus internationalen Kontakten mit politischen, kulturellen. ökonomischen etc. Voraussetzungen resultiert.

Die sprachlichen Gemeinsamkeiten in den verschiedenen Sprachen werden mit dem Begriff „Internationalismus“ erfaßt. Im Wesentlichen handelt es sich bei „Int.“ um eine zusammenfassende Bezeichnung für sprachliche Einheiten (verschiedene Wörter), die sich in verschiedenen internationalen Sprachen (unbestimmte Anzahl) finden. Diese Wörter haben ein bestimmtes Maß an formaler und inhaltlicher Übereinstimmung (eigene Definition nach Schaeder).

Beispiel aus dem Bereich Bauwesen / Gebäude:

dtsch.

engl.

frz.

ital.

span.

Theater

theater

théatre

teatro

teatro

In diesem Sinne hat sich Englisch zu einer Weltsprache entwickelt, man denke nur an das „Euro-Englisch“ in Brüssel, an den „Airspeak“ im Luftverkehr und den

25

Источник: https://studfile.net/preview/16569596/