verwendet. Die syntaktische Einbettung des entlehnten Material kommt hierbei einem satzinternen Sprachwechsel (Code-Switching) gleich (Androutsopoulos).
Ein Unterschied von jugendsprachlichen Texten zu Pressetexten der dominanten Kultur ist, dass hier die englischen Formeln den laufenden Text eingebettet wird, z.B. „I don`t care, ob`s regnet oder nicht“, „Nicht schlecht, but not good enough“ oder umgekehrt: „Very noisy but kraftvoll“, während dort die Formeln und Mottos als Überschriften vom eigentlichen Text isoliert sind.
Eine Reihe der oben genannten Motive für den Gebrauch von Anglizismen gelten auch für die Jugendsprache (z.B. Sprachökonomie, Expressivität, Ausdrucksvariation, Euphemisierung und Tabu-Umschreibung). Anglizismen erfüllen die
Kreativitätsund Ausdrucksbedürfnisse der Jugendlichen und tragen zur Stärkung des Gruppenbewusstseins bei.
Die Sprachentlehnung bei Jugendlichen ist Teil der Kulturentlehnung. Da die anglophone Musikwelt einen beträchtlichen Teil der jugendlichen Kultur ausmacht, stellt sie eine Quelle für Anglizismen dar. Anglizismen sind somit Kennzeichen von spezifischen Lebenswelten und Interessen und dienen der gruppensprachlichen Abgrenzung. Hierbei stellt nicht die Kompetenz der Fremdsprache die Grundlage der Abgrenzung dar, sondern das Kulturwissen, das hinter den Entlehnungen steckt. Die Medien (z.B. Musikzeitschriften und Fernsehen), die zu den Alltagserfahrungen und zur Jugendkultur gehören, bieten den Jugendlichen Sprachfolien an, auf die sie zurückgreifen können.
Für die internationalen Jugendkulturen fungiert das Englische auch als „Lingua Franca“ (Vgl. Internationalismen). Anglizismen werden von Jugendlichen also nicht nur aus „Prestige“ sondern zur internationalen Verständigung verwendet. Sie können in dem Zusammenhang auch als „subkulturelle Internationalismen“ bezeichnet werden.
Anglizismen im Deutschunterricht. Aufgrund ihres hohen Stellenwertes im Alltag der Jugendlichen eignet sich das Thema „Anglizismen im Deutschen“ sehr gut als Thema im Deutschunterricht der Sek I. Das Thema lässt sich demnach schülerspezifisch, altergemäß und lebensnah vermitteln. Vom Standpunkt des erfahrungsbezogenen Unterrichts als ein neueres didaktisches Konzept für den Deutschunterricht, trägt der Bezug zu den Alltagserfahrungen und Interessen der Jugendlichen wesentlich zur Motivation bei, die Unterrichtsinhalte werden durch den Bezug zur Lebenswelt und durch eigene Erfahrungen außerdem besser verinnerlicht und verstanden.
Es hat sich gezeigt, dass das Thema „Anglizismen“ in sehr viele Bereiche greift. Daher lässt es sich auf die Themenbereiche des Lernplans „Sprechen und Schreiben“, „Reflexion über Sprache“ und „Umgang mit Texten“ übertragen und ein exemplarisches Lernen ist möglich. Am Beispiel der Anglizismen wird eine Einsicht in die sprachlichen Strukturen der eigenen Sprache ermöglicht. Dabei ist auf vielfältige Weise ist ein kreativer und kritisch-reflektiver Umgang mit Sprache möglich. Durch die Möglichkeit der eigenen praktischen und kreativen Textproduktion kommt man außerdem den Kreativitätsund Ausdrucksbedürfnissen der Jugendlichen entgegen.
Im 7. und 8. Schuljahr, in dem der Fremdsprachenunterricht beginnt, wäre eine
Koppelung mit dem Englischunterricht also interdisziplinärer Unterricht sinnvoll.
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Hierbei können z.B. die Ähnlichkeiten und die Zusammenhänge der englischen und der deutschen Sprachstrukturen im Hinblick auf Internationalismen untersucht werden, was Übersetzungen erleichtert und den Schüler für beide Fächern motivieren kann.
Am Beispiel von Anglizismen können im Deutschunterricht Prozesse der Wortentlehnung sowie Probleme der Sprachnorm und des Sprachwandels untersucht werden, z.B. können die Schüler Texte aus dem vorigen Jahrhundert mit neuen Texten vergleichen, oder einen alten Text in eine moderne Sprache fassen und umgekehrt. Außerdem ist eine Analyse von deutschsprachigen Rocktexten, in denen Anglizismen verwendet werden, z.B. von den „Fantastischen Vier“, als Einstieg in den
(bei Jugendlichen oft unbeliebten) Themenbereich „Lyrik“ (9.-10.Klasse) möglich.
Projektunterricht zum Thema „Werbung“, z.B. Werbetext für ein neues Produkt erfinden und eine selbst erfundene Dauerwerbesendung nach amerikanischen
Muster auf Video aufzeichnen, hierbei können sich die Schüler mit Medienund Werbesprache kritisch auseinandersetzen. Im Rahmen einer Unterrichtsreihe zum
Thema „Zeitung“ können auch Zeitungstexte verglichen und auf den Gebrauch und die Funktion von Anglizismen und anderen Stilmitteln untersucht werden, was anschließend in die eigene kreative Textproduktion einfließen kann.
Fragen und Aufgaben zur Selbstkontrolle
1.Nennen Sie die sozialen und linguistischen Ursachen der Entlehnung.
2.Charakterisieren Sie die wichtigsten Formen der Entlehnungen in der deutschen Sprache.
3.Was ist der Unterschied zwischen den Fremdwörtern, Lehnwörtern und Internationalismen?
4.Was versteht man unter dem Phänomen “Purismus”?
5.In welchem Zusammenhang stehen die Entlehnungen und der Purismus?
6.Aus welchen Sprachen hat das moderne Deutsche Wörter in sich aufgenommen?
7.Charakterisieren Sie morphologische, syntaktische und semantische Möglichkeiten bei Anglizismen.
8.Warum wird am Beispiel der Anglizismen eine Einsicht in die sprachlichen
Strukturen der eigenen Sprache ermöglicht?
9.Welche Besonderheiten haben Anglizismen in der Jugendsprache? Wie kann man sie charakterisieren?
10.Begründen Sie die Rolle der stilistischen Funktion von Anglizismen in der Pressesprache.
11.Sind Anglizismen im Deutschunterricht/Fremdsprachenunterricht wichtig? Warum? Begründen Sie Ihre Meinung.
12.Nennen Sie die wichtigsten Gründe für den Gebrauch von Anglizismen.
Fachliteratur:
1. Androutsopoulos, Jannis K.: Deutsche Jugendsprache: Untersuchungen zu ihren Strukturen und Funktionen, Frankfurt am Main 1998
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2.Braun, Peter: Tendenzen in der deutschen Gegenwartssprache: Sprachvarietäten, Stuttgart 1998.
3.Carstensen, Broder, Gallinsky: Amerikanismen der deutschen Gegenwartssprache. Entlehnungsvorgänge und ihre stilistischen Aspekte. Heidelberg.
4.Deutsche Fremdwortlexikografie zwischen 1800 und 2007: Zur metasprachlichen und lexikografischen Behandlung äußeren...von Anke Heier von De Gruyter (30. April 2012).
5.Fink, Hermann: Vom Kuhlook bis Fit for Fun: Anglizismen in der heutigen Allgemeinund Werbesprache.
6.Fitzner, Jürgen: Anglizismen im Deutschen. Ein Beitrag zur Bestimmung seiner stilistischen Funktion in der heutigen Presse. Stuttgart 1978
7.http://lars-thielemann.de/heidi/hausarbeiten/Anglizismen2.htm
8.Iskos, A. Lenkova. “Deutsche Lexikologie”. L., 1970.
9.Raeithel, Gerd: Brodeln im Sprachmeer: „We kehr for you“ und noch „heaviere“ Sachen: Modern Talking im 21. Jahrhundert. In: Süddeutsche Zeitung Nr. 156, 10.07.1999.
10.Schippan.Thea “Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache”. – Leipzig, 1984.
11.Seebold, Elmar: Etymologie. Eine Einführung am Beispiel der deutschen Sprache. München 1981.
12.Stepanova, M.D,Tschernyscheva I.I.. “Lexikologie der deutschen Gegenwartssprache”.
–M.: 2005. – 256 c.
13.Yang, Wen Lian: Anglizismen im Deutschen: Am Beispiel des Nachrichtenmagazins
„Der Spiegel“. Tübingen 1990.
Vorlesung 8
Thema: Der Bedeutungswandel
Die Schwerpunkte der Lektion № 8:
1.Das Wesen des Bedeutungswandels. Die Aufgaben der historischen Semasiologie. Semasiologie und Semantik.
2.Außersprachliche und sprachliche Ursachen des Bedeutungswandels.
3.Die Arten des Bedeutungswandels. Bedeutungswandel durch Bezeichnungsübertragung: die Metapher und die Metonymie. Das Zusammenwirken von Metapher und Metonymie.
4.Ergebnisse des Bedeutungswandels: Bedeutungserweiterung, Bedeutungsverengung, Werterhöhung, Wertminderung, Hyperbel, Litotes.
5.Die Eigentümlichkeiten des Euphemismus.
6.Bedeutungserweiterung und Bedeutungsverengerung.
7.Die Arten der Bedeutungsübertragung.
Grundbegriffe: Bedeutungswandel, Semantik, Bedeutungserweiterung, Bedeutungsverengung, Metapher, Synästhesie, Personifizierung, Polysemie, Bedeutungserweiterung ,Bedeutungsveränderung, Bedeutungsübertragung, Euphemismus.
Unter Bedeutungswandel versteht man die Bedeutungsveränderung der Wörter, die sich im Laufe der Zeit bei diesen sprachlichen Zeichen einstellt, bedingt durch Wesen und Charakter der Sprache als gesellschaftliches Phänomen, z.B. Bleistift heu-
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te “ein von Holz umschlossener Graphitstift zum Schreiben”. Die im 17. Jahrhundert belegte ursprüngliche Form Bleystefft (eine Klammerform für Bleyweissstefft) zeugt davon, dass Stifte zum Schreiben aus einem anderen Material hergestellt wurden [35-38, 41].
Der Bedeutungswandel entsteht durch die Nutzung sprachlichen Zeichens für neue oder veränderte Denotate. An den Beispielen lassen sich drei Wege erkennen.
1.Ein Wort wird aus seinen ursprünglichen Verwendungsbereich auf neue, andere Erscheinungen übertragen.
2.Das Wort “Füller” bleibt als Bezeichnung eines veränderten Produkts erhalten, obwohl dieses Produkt andere Eigenschaften besitzt, aber die gleiche Funktion erfüllt. z.B. Füller. Das Merkmal “Schreibgerat” verbindet alte und neue Bedeutung. Die Bedeutung wird erweitert. z.B. Beim Tischlein (расширение).
3.Die Qualität eines Semems verändert sich. Es treten neue Konnotationen auf z.B. Das Wort Maul-Mund zuerst gebrauchte man für Tiere, aber heute wird
für Menschen angewandt. z.B. Halts Maul.
Metapher, die: 1. die Bezeichnungsübertragung auf Grund der Ähnlichkeit zwischen den Gegenstanden und Erscheinungen, die miteinander vergleichen werden: 2. das Wort mit der neuen übertragenen metaphorischen Bedeutung, z.B. Er ist Hase. Sie ist Fuchs.
Synästhesie, die: eine Sonderart der Metapher; Verbindung von Wörtern, die zwei verschiedenartige Sinnesempfindungen ausdrucken, wobei eine von beiden
übertragene Bedeutung erhalt, z.B. seidene Stimme, schreiende Farben.
Personifizierung, die: die Übertragung der Eigenschaften eines Lebewesens auf Gegenstand oder Erscheinungen. z.B. Die Sonne lacht. Der Regen trommelt auf das Fenster.
Metonymie, die: 1. die Bezeichnungsübertragung auf Grund tatsächlich gegebener Zusammenhänge zwischen Bedeutungen und denn in ihnen widergespiegelten Objekten: 2. Das Wort mit der neuen übertragenen metonymischen Bedeutung, z.B.
Der Saal klatscht Beifall.
Synekdoche, die: eine Abart der Metonymie, Vertauschung der Bezeichnungen zwischen dem Ganzen und einem Teil, z.B. Eine Brille kommt.
pars pro partem: die Namenübertragung vom Ganzen auf dessen Teil, wo das Ganze genannt, der Teil aber gemeint wird.
Bedeutungserweiterung, die: (die Generalisierung): Erweiterung des Bedeutungsumfanges eines Wortes.
Im politischen wie im alltäglichen Leben soll der, kräftige, mitunter negative Assoziationen erweckende Ausdruck die eigene Position starken, die gegnerischen schwachen.
Scheltund Schimpfwörter sind oft “von Haus aus” Bezeichnungen, die einen negativen Nebensinn besitzen, der auf bestimmten Eigenschaften ihres Denotats beruht. Wenn wir jemand einen Esel nennen, dann ist es die Eigenschaft, dumm und störrisch zu sein, die wir dem Esel zuschreiben. Bei vielen Tiernamen, die heute als Schimpfwörter verwendet werden, sind diese Bedeutungselemente noch zu erkennen: Schwein- “schmutzig”, Affe-”dumm”, Schlange-”listig”, Katze- “falsch”.
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In der alltäglichen Kommunikation spielen Höflichkeit und Freundlichkeit, Schatz und Ironie eine wesentliche Rolle. Solche Haltungen können nach einem gewissen Zeitraum zur Entstehung neuer Bedeutungsvarianten führen, wenn die Sprachgemeinschaft Wortverbindungen oder auch Einzelwörter im neuen Sinn akzeptiert [35-38, 41].
Adjektive, die eine positive Wertung ausdrucken, können in Verbindung mit bestimmten Substantiven noch ironisch aufgepasst werden, so dass Verbindungen mit entgegengesetzten Sinn entstehen: feiner Herr, nette Geschichte, feine Dame, sauberer Herr, schöne Bescherung. Aber auch Verben können ironische Varianten haben: ich danke bestens [35-38, 41].
Sprachliche Ursachen des Bedeutungswandels. Oft ist der Wandel der Bedeutung nicht unmittelbar auf den Einfluss außersprachlicher Gegebenheiten zurück zu führen, sondern sekundär durch sprachliche Faktoren bedingt. Als solche Kräfte wirken Analogie, Synonymenschub, wechselseitige beeinflüssungssprachliche Einheiten, Veränderung, die in der sprachlichen Form ihren Ursprung haben, und Wortbildungsprozesse [35-38, 41].
Die logische Klassifikation unterscheidet drei Arten des Bedeutungswandels:
1)Bedeutungserweiterung.
2)Bedeutungsverengung.
3)Bedeutungsübertragung.
Die Bedeutungserweiterung meint die Erweiterung den Bedeutungsempfang
eines Wortes nach dem Prozess des Bedeutungswandels (oder Generalisierung der Bedeutung) z.B. gehen-die Grundbedeutung des Verbs gehen ist mit dem Füßen schreiten (Menschen, Tiere). Es hat sich aber auch zu einer allgemeinen Bezeichnung für Bewegung jeder Art entwickelt.
Die Bedeutungsverengung ist das Gegenteil zur Bedeutungsweiterung besteht darin, dass ein Wort mit einem ursprünglich weiten Bedeutungsumfang später nur noch einen Teil des ursprünglichen Anwendungsbereichs aufweist (Spezialisierung der Bedeutung), z.B. Fahrenbezeichnete ursprünglich jeder Art der Fortbewegung wie “gehen, reiten, schwimmen, im Wagen fahren, reisen”. Im Deutsch vom heute versteht man aber unter fahren nur die Fortbedeutung auf Wagen, Schiffen, nicht der Bahn u.a. [35-38, 41].
Die Bedeutungsübertragung. Das Wesen der Bedeutungsübertragung besteht darin, dass neue Sachverhalte mit bereits bestehenden Wortkörpern oder Formativen Aufgrund einer Ähnlichkeit benannt werden. Es handelt sich in diesem Fall, um Bezeichnungsübertragung.
Metapher. Die Metapher (meta-über, pherotragen) ist Übertragung der Namensbezeichnung aufgrund einer (äußeren und inneren) Ähnlichkeit. z.B. Schlange. 1. Die Menschen stehen Schlange. (lange Reihe wartende Menschen). 2. Sie ist Schlange (falsche hinterhältige Frau). Es gibt traditionelle Metapher. So ist ein Hase - ein furchtsamer Mensch. Ein Fuchs-ein listiger Mensch, eine Puteeine dumme Person u.a. [35-38, 41].
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